• The Wall Street Journal

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Porsche-Aufseher

Wolfgang Porsche, Ferdinand Piëch, Ulrich Lehner, Uwe Hück - die Affäre um Marktmanipulation bei Porsche weitet sich aus. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart ermittelt nun auch gegen Aufsichtsratsmitglieder der Porsche SE. Das bestätigte ein Sprecher der Behörde. Im Dezember hatte die Staatsanwaltschaft schon Anklage gegen die einstigen Porsche-Manager Wendelin Wiedeking und Holger Härter wegen Marktmanipulation eingereicht. Nun sollen alle zwölf Aufsichtsräte, die im Zeitraum vom 10. März bis zum 2. Oktober 2008 dem Kontrollgremium angehörten, Teil der Ermittlungen sein. Das berichtet das Handelsblatt.

Spiegel Online hatte bereits berichtet, Aufsichtsräte stünden im Verdacht, während der Übernahmeschlacht um VW gegen das Wertpapierhandelsgesetz verstoßen zu haben. Bislang hatte die Staatsanwaltschaft während der langwierigen Ermittlungen gegen die einstigen Vorstände den Aufsichtsrat unbehelligt gelassen. Dass dies nun anders ist, könnte damit zusammenhängen, dass mögliche Gesetzesverstöße im März dieses Jahres verjähren würden. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart wollte sich dazu nicht äußern.

dapd

Die Affäre um Marktmanipulation bei Porsche weitet sich aus. Die Staatsanwaltschaft in Stuttgart ermittelt nun auch gegen Aufsichtsratsmitglieder des Unternehmens. Prominente Gesichter wie Wolfgang Porsche, Ferdinand Piëch und Ulrich Lehner sind in den Fokus der Behörden gerutscht.

Ein Sprecher der Porsche SE sagte zu den neuen Ermittlungen lediglich: "Wir haben Kenntnis davon, dass die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen eingeleitet hat." Details konnte er dazu nicht nennen.

Porsche hatte sich seit 2005 bei der Volkswagen AG eingekauft und rund drei Jahre später versucht, den wesentlich größeren Wolfsburger Konzern zu schlucken. Der Deal scheiterte, und Porsche wurde später von VW gekauft. Die Stuttgarter hatten die geplante Übernahme seinerzeit mit komplizierten Aktienoptionsgeschäften vorbereitet. Der VW-Aktienkurs schwankte extrem, wodurch viele Anleger hohe Summen verloren.

Porsche habe im Jahr 2008 falsche Angaben beim Anteilskauf an Europas größtem Autobauer Volkswagen gemacht, hieß es im Dezember von der Staatsanwaltschaft. Zwischen März und Oktober habe das Unternehmen in mindestens fünf öffentlichen Erklärungen eine bereits bestehende Absicht zur Aufstockung seiner VW-Beteiligung auf eine Dreiviertelmehrheit dementiert, obwohl die Porsche-Vorstände spätestens im Februar 2008 eben diese Absicht gefasst hätten. Die damaligen Dementis hätten Auswirkungen auf den Börsenpreis gehabt.

Die Verteidiger der ehemaligen Porsche-Vorstände Wiedeking und Härter hatten nach der Anklage im Dezember die Vorwürfe als unbegründet zurückgewiesen. Über die Zulassung dieser Anklage sei noch nicht entschieden worden, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Stuttgart am Dienstag.

Kontakt zum Autor: matthias.goldschmidt@dowjones.com

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