• The Wall Street Journal

NYSE Euronext will Weizenbörse abspalten

Der transatlantische Börsenbetreiber NYSE Euronext will sich durch eine Abspaltung der Weizenterminbörse Matif den regulatorischen und politischen Rückhalt für ein Zusammengehen mit der IntercontinentalExchange (ICE) sichern. Damit könnte der größten Weizenterminbörse Europas ebenso eine Ausgliederung in eine eigenständige Gesellschaft bevorstehen wie den vier aktuell in der Euronext zusammengefassten Aktien- und Derivatebörsen Paris, Lissabon, Brüssel und Amsterdam.

Der US-Börsenbetreiber - einst der Wunschpartner der Deutschen Börse - hatte im Dezember angekündigt, sich von der auf den Derivatehandel spezialisierten ICE übernehmen zu lassen. Rund 8,2 Milliarden US-Dollar will die ICE für die New Yorker Börse auf den Tisch legen.

Sowohl bei der erst im Jahr 2000 gegründeten ICE als auch bei der NYSE handelt es sich um Börsen-Schwergewichte. Die ICE kommt auf eine Marktkapitalisierung von 9,3 Milliarden US-Dollar, die NYSE auf 5,8 Milliarden. Während die ICE durch das Wachstum beim Rohstoffhandel zuletzt zulegen konnte, kämpft die NYSE mit Rückgängen im klassischen Aktienhandel und im Handel mit Finanzderivaten.

dapd

Haendler arbeiten in der New York Stock Exchange. Der Eigentümer will die Weizenbörse Matif loswerden.

Eine Fusion der beiden Großbörsen dürfte die Konsolidierung der Branche wieder befeuern. Zuletzt hatten Wettbewerbshüter mehreren Großfusionen allerdings einen Riegel vorgeschoben. Unter anderem scheiterte der Zusammenschluss der Deutschen Börse mit der NYSE. Das frühe Entgegenkommen der beiden Fusionspartner ICE und NYSE mit der angekündigten Abspaltung der Weizenterminbörse Matif dürfte von daher wohl kalkuliert sein.

Die 1986 gegründeten Matif (Marche de Terme International de France) ist als ehemaliges Mitglied der Pariser Börse heute ebenso wie diese in die NYSE Euronext integriert. Das Handelsvolumen an der Matif war im vergangenen Jahr nach Berechnungen der Futures Industry Association um rund 31 Prozent auf 7,5 Millionen Kontrakte gestiegen. Zum Vergleich: Der Marktführer CME kam 2012 auf 27,4 Millionen gehandelte Weizenkontrakte, die Nummer Zwei, die Zhengzhou Commodity Exchange in China, auf 25,8 Millionen.

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