• The Wall Street Journal

Eurogruppe erwägt Beteiligung privater Anleger bei Zypern-Rettung

Associated Press

Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem glaubt, dass Zypern ein komplettes Rettungspaket benötigt.

Wie schon bei der Griechenland-Rettung wird auch für Zypern eine Beteiligung privater Banken und privater Anleger erwogen. "Wir schauen uns alle Instrumente und Elemente an, die wir nutzen könnten", sagte Eurogruppenchef Jeroem Dijsselbloem am Montag nach einem Treffen der Euro-Finanzminister in Brüssel - und stiftete damit erhebliche Verunsicherung. Die Beteiligung des Privatsektors hatte im Falle Griechenlands weitreichende Konsequenzen, half aber auch, den Schuldenstand des Staates zu drücken.

Der Frage, ob auch Sparer bei der Zypern-Rettung zur Kasse gebeten würden, wichen sowohl Dijsselbloem als auch EU-Währungskommissar Olli Rehn wiederholt aus. Rehn betonte lediglich, es müsse am Ende eine faire Lastenteilung gefunden werden - zwischen Steuerzahlern, Euro-Partnern und privatem Sektor. Der zyprische Finanzminister Vassos Shiarly versuchte zu beschwichtigen: Das Privatanleger bluten müssten, sei "ein sehr unwahrscheinliches Szenario".

Eine Einigung auf ein Hilfspaket für Zypern - der Inselstaat braucht bis zu 17 Milliarden Euro - müsse im März erreicht werden, sagte Dijsselbloem. Dann ist eine neue Regierung im Amt. Doch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) drückt weiter auf die Bremse: "Wenn wir überhaupt jemals über ein Programm reden wollen, muss in der Frage Geldwäsche vorher mehr erreicht werden." Deswegen verordnete die Eurogruppe Nikosia, sich dem Test einer unabhängigen Prüfungsgesellschaft zu unterziehen. Noch in dieser Woche sollen die Einzelheiten für die Kontrolle beschlossen werden.

Die Prüfer müssen laut Schäuble einwandfrei dokumentieren, dass die Geldwäschestandards verlässlich angewandt werden. "Ansonsten haben wir noch keinen Entscheidungsbedarf", sagte der Minister. "Das wird sich vielleicht im März zeigen, wir werden dann sehen, aber ist ja auch keine Eile."

Damit widersprach er nicht nur Dijsselbloem, sondern auch dem deutschen Direktoriumsmitglied in der Europäischen Zentralbank (EZB), Jörg Asmussen. "Ich erwarte, dass das Hilfsprogramm für Zypern Ende März steht", sagte der dem Handelsblatt. "Damit kein Zweifel aufkommt: Wenn Zypern keine externe Hilfe erhält, rutscht es in die Zahlungsunfähigkeit." Falls jemand die Hoffnung habe, "eine Entscheidung bis nach der Bundestagswahl zu verschleppen: Das wird nicht gehen".

Kontakt zum Autor: redaktion@wallstreetjournal.de

Copyright 2012 Dow Jones & Company, Inc. Alle Rechte vorbehalten

Dieses Textmaterial ist ausschließlich für Ihre private, nicht kommerzielle Nutzung. Die Verbreitung und die Nutzung dieses Materials unterliegt unserem Abonnentenvertrag und ist urheberrechtlich geschützt.

Haus der Woche

  • [image]

    Diese Villa ist die teuerste Immobilie der USA

    20 Hektar Fläche, dazu ein kilometerlanger eigener Strand und zwei Inseln obendrauf: Dieses opulente Anwesen in Connecticut ist die derzeit teuerste Immobilie in den USA, die zum Verkauf steht. Und das hat seine Gründe.

  • [image]

    Das sind die beliebtesten Länder der Welt

    Deutschland ist nach einer Umfrage des britischen Senders BBC das beliebteste Land der Welt. Allerdings geht es nicht darum, wo es sich am besten leben lässt, sondern welche Nation den besten Einfluss hat.

  • [image]

    Die Welt in Bildern: 23. Mai

    Haben Sie das Wetter gerade satt? Menschen weltweit geht es genauso: In England hagelt es, in Nepal und Norwegen gießt es in Strömen, in den USA stürmt und blitzt es und in Indien schwitzen sogar die Gänse. Schauen Sie nach in unseren Fotos des Tages!

  • [image]

    Tornados hinterlassen einen Pfad der Zerstörung

    Mit enormer Wucht haben Tornados in der Nacht zu Dienstag Städte und Dörfer im US-Bundesstaat Oklahoma getroffen, darunter auch eine Grundschule. Jetzt beginnen die Aufräumarbeiten. Dabei wird das enorme Ausmaß der Naturkatastrophe deutlich.

  • [image]

    Im Luxusreich der Teenager

    Damit sich ihre Kinder gern zu Hause aufhalten, lassen wohlhabende Eltern für sie luxuriöse Wohnbereiche mit Karaokeanlagen, Billardtischen und riesigen Computern gestalten. Einige treiben es dabei auf die Spitze.