• The Wall Street Journal

Hoffnung im Streit um die Fiskalklippe

In Washington haben sich Vertreter des Weißen Hauses und des Kongresses am Freitagnachmittag für Gespräche über die Fiskalklippe getroffen.

Noch ist aber unklar, ob Washington die Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen abwenden kann, die sich durch die Klippe ab 2013 ergeben. Politiker aus dem Kongress haben sich seit dem Treffen nicht geäußert. Vorher hatten sie sich optimistisch gegeben, dass auf den letzten Metern eine Einigung erzielt werden kann.

Der demokratische Senator Dick Durbin aus Illinois sagte zum Wall Street Journal, das Treffen sei eine erste Möglichkeit zu sehen, „ob es irgend eine Art gibt, das zu vermeiden". Der ebenfalls demokratische Senator Chuck Schumer aus dem Staat New York sagte, er werde „heute etwas optimistischer", weil Mitch McConnell, Führer der republikanischen Minderheit im Senat, sich aktiv an den Gesprächen beteilige. Schumer glaubt: „Die Wahrscheinlichkeit, das Problem zu lösen, ist höher als die Leute denken". Pat Toomey, republikanischer Senator, äußerte in einem Radiointerview auch die Hoffnung, die Klippe zu umschiffen.

In dem Fall käme es zu einer abgespeckten Version der Änderungen, die Obama nach der Wahl im November anvisiert hatte. Der demokratische Präsident will den Senat unter anderem dazu bewegen zuzustimmen, dass nur Spitzenverdiener mit einem Jahreseinkommen über 250.000 US-Dollar höher besteuert werden müssten, dass Arbeitslosenbezüge ausgeweitet werden und dass Ausgabenkürzungen nicht schon im Januar greifen. Eine Einigung kurz vor knapp aber birgt gravierende Risiken. Die gewaltige Gesetzgebungsmaschinerie in den USA dürfte sich keinerlei Patzer erlauben.

Sollte die Frist tatenlos verstreichen, treten ab 1. Januar automatisch Steuererhöhungen für nahezu alle Steuerzahler in den USA in Kraft. Außerdem fallen dann automatisch Ausgaben von 110 Milliarden Dollar im Verteidigungssektor und bei anderen innenpolitischen Programmen weg. Seit Monaten warnen Wirtschaftsfachleute schon, dass das Land dadurch möglicherweise in eine neue Rezession rutschen wird.

Kontakt zum Autor: redaktion@wallstreetjournal.de

Copyright 2012 Dow Jones & Company, Inc. Alle Rechte vorbehalten

Dieses Textmaterial ist ausschließlich für Ihre private, nicht kommerzielle Nutzung. Die Verbreitung und die Nutzung dieses Materials unterliegt unserem Abonnentenvertrag und ist urheberrechtlich geschützt.

Panorama

  • [image]

    Die Welt in Bildern: 17. Mai

    Diesmal in den Bildern des Tages: Verhüllte Künstler in Hongkong, Vögel zählende Ranger in England, glückliche Studenten aus Maryland und mehr.

  • [image]

    Die neue S-Klasse

    Vor 62 Jahren fing alles mit dem Mercedes 220 an, dem Urahnen der heutigen S-Klasse. Daimler hat in Hamburg die zehnte Generation seiner Oberklasselimousine vorgestellt und sie soll Mercedes wieder auf den Thron der Luxusfahrzeuge bringen - unter anderem mit Parfum und Hot-Stone-Massageeffekt.

  • [image]

    Wie Weltraumbarde Chris Hadfield die Erde sieht

    150 Tage verbrachte der kanadische Astronaut Chris Hadfield auf der Internationalen Raumstation ISS. Wir zeigen wunderschöne Fotos aus dem All, die der Kanadier mit liebevollen Kommentaren getwittert hat.

  • [image]

    Argentiniens versunkene Stadt taucht wieder auf

    Eine kleine Stadt in der Nähe von Buenos Aires versank nach einem Dammbruch vor 27 Jahren im Meer. Mehr als ein Vierteljahrhundert später erblickt die argentinische Geisterstadt Epecuén wieder das Licht.