• The Wall Street Journal

EZB sorgt für exzellentes Börsenjahr im Dax

[image] dapd

Der Bulle dominierte ganz klar das Börsenjahr 2012. Das Plus von 29 Prozent im Dax war das größte seit neun Jahren.

Der deutsche Aktienmarkt stand 2012 ganz im Zeichen eines Italieners. Das Bekenntnis von EZB-Präsident Mario Draghi zum Erhalt des Euro und der Eurozone löste im Juli die stärkste Rally am deutschen Aktienmarkt seit Jahren aus. Auch die Entscheidung der Politik, Griechenland bis auf weiteres nicht fallen zu lassen, und damit die Währungsunion in der bisherigen Form zu erhalten, bildete den Nährboden für steigende Notierungen.

Am letzten Handelstag des Jahres fiel der Dax wegen der drohenden Fiskalklippe in den USA zwar um 0,6 Prozent auf 7.612 Punkte zurück, auf Jahressicht blieb mit 29,1 Prozent aber das stärkste Plus seit neun Jahren.

Die Aktien des Jahres

Nach einem vielversprechenden Jahresbeginn 2012 wurden die Börsen im Sommer wieder von der Schuldenkrise in der Eurozone eingeholt. Die Investoren zweifelten an der Zahlungsfähigkeit Spaniens und Italiens und trieben die Renditen an den dortigen Anleihenmärkten auf untragbare Niveaus. Die Europäische Zentralbank unter Mario Draghi sah das Überleben der Währungsunion gefährdet und legte im Herbst ein neues - theoretisch unbegrenztes - Anleihenkaufprogramm auf. Dies löste eine Rally an den Börsen und Bondmärkten der Eurozonen-Peripherie aus.

Dax-Aufsteiger Continental war mit einem Plus von 82,1 Prozent auf 87,59 Euro die stärkste Aktie des Jahres. Der Automobilzulieferer profitierte vom Boom im Premiumsegment. Auch Lufthansa -Aktien erlebten mit Aufschlägen von 55 Prozent auf 14,24 Euro einen Höhenflug. Hier halfen das konsequente Festhalten am Sparprogramm und eine gute operative Entwicklung im zweiten Halbjahr.

Schlusslichter im Dax waren vermeintlich sichere Dividendenpapiere. Die Telekom-Aktie gab auf Jahressicht um 3,1 Prozent auf 8,60 Euro nach, für E.ON -Titel ging es sogar um 15,5 Prozent auf 14,09 Euro nach unten. Bei der Telekom platzte die geplante Fusion zwischen T-Mobile und AT&T in den USA. Bei E.ON wirkte der kostspielige Ausstieg aus der Kernkraft genauso nach wie die schwache Stromnachfrage in Europa.

Kontakt zum Autor: manuel.priego-thimmel@dowjones.de

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