Von JOHN D. STOLL
Erst gut einen Monat sind die neuen Lumia-Smartphones von Nokia auf dem Markt. Und schon verkaufen einige amerikanische Mobilfunkanbieter und der Versandhändler Amazon sie zu Schnäppchenpreisen – oder geben sie Kunden, die einen Vertrag abschließen, gratis dazu.
Die Lumia-Smartphones, die mit Microsofts Software Windows 8 laufen, sollen den finnischen Mobiltelefonhersteller Nokia nach einer Reihe von Fehlschlägen wieder auf Kurs bringen. Im November hat der amerikanische Telekomkonzern AT&T das hochwertige Lumia 920 für 99 US-Dollar (75 Euro) angeboten, Verizon verkaufte das Lumia 820 zum gleichen Preis.
Wer das 920 direkt bei AT&T bestellt, kann es immer noch für 99 Dollar haben. Kunden, die einen AT&T-Vertrag abschließen, können es bei Amazon auch für 39 Dollar bekommen. Das Lumia 822 gibt es inzwischen gratis zu einem Verizon-Vertrag dazu. T-Mobile USA gibt Kunden bei Vertragsabschluss ein Lumia 810 ohne Zuzahlung.
„Die Preisfestsetzung ist immer Sache des Anbieters", sagte Nokia-Sprecher Doug Dawson. „Aber zur Weihnachtszeit sind Angebote normal." Er wies darauf hin, dass auch Samsung in manchen Ländern gratis Handys anbiete.
Verizon wollte sich nicht dazu äußern, warum die Lumia-Smartphones so günstig angeboten werden. Bei T-Mobile heißt es, dass es für einen begrenzten Zeitraum mehrere Angebote gebe. Ob die Anbieter die finanzielle Last für die Sonderangebote allein schultern oder Nokia Unterstützung beim Marketing bietet, ist unklar.
Zwar hat die Nokia-Führung angedeutet, dass die Lumia-Smartphones einen guten Start hingelegt haben, Verkaufszahlen für die Telefone hat das Unternehmen aber noch nicht veröffentlicht. Das Lumia ist eines von mehreren Smartphones, die mit Windows Phone 8 betrieben werden. Die erste Generation von Nokias Windows-Phones verkaufte sich nicht besonders gut.
Nokia setzte darauf, die Lumia-Smartphones durch ein modernere Betriebssystem, verbesserte Technologie wie komplexere Kamerafunktionen und andere Features wie ein schnurloses Ladegerät attraktiver zu machen.
Es kommt recht häufig vor, dass Anbieter ihren Kunden beim Abschluss eines Vertrages ein Handy dazugeben. Dass T-Mobile und Verizon das mit den Lumia-Smartphones machen, nachdem sie gerade erst auf den Markt gekommen sind, wirft allerdings die Frage auf, wie es um die Nachfrage bestellt ist. Im Januar gibt Nokia die Umsatzzahlen bekannt. Das finnische Unternehmen, das einst den weltweiten Handy-Markt dominiert hat, hat inzwischen Probleme, mit Konkurrenten wie Samsung und Apple Schritt zu halten.
Während die amerikanischen Anbieter mit Nokia-Sonderangeboten werben, bringt das Unternehmen das Lumia 920 und andere Windows Phones auf den chinesischen Markt. Dort waren die Nokia-Verkäufe zuletzt drastisch eingebrochen.
—Mitarbeit: Anton TroianovskiKontakt zum Autor: redaktion@wallstreetjournal.de





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