• The Wall Street Journal

Erste Group schreibt Millionenverlust

Abschreibungen und gestiegene Bankabgaben haben die Erste Group im vierten Quartal ins Minus gedrückt. Der Nettoverlust der Bank lag bei 114 Millionen Euro. Der Ausstieg aus dem Geschäft in der Ukraine sowie Firmenwertabschreibungen im Zusammenhang mit der rumänischen Tochterbank belasteten das Ergebnis. Hinzu kamen die gestiegenen Bankabgaben im Heimatmarkt Österreich.

Auch im Kerngeschäft läuft es nicht rund. Der Bank machen, wie anderen Instituten in Europa auch, die niedrigen Zinsen und die wirtschaftlich bedingt verhaltene Kreditnachfrage zu schaffen.

[image] dapd

Abschreibungen und gestiegene Bankabgaben haben die Erste Group im vierten Quartal ins Minus gedrückt. Der Nettoverlust lag bei 114 Millionen Euro. Niedrige Zinsen und die wirtschaftlich bedingt verhaltene Kreditnachfrage machen der Bank ebenfalls zu schaffen.

Die Mischung aus höheren Kosten und gesunkenen Erträgen hatte die Analysten schon vor Bekanntgabe der Zahlen pessimistisch gestimmt. Sie hatten mit einem Quartalsverlust in dieser Größenordnung gerechnet.

Im Gesamtjahr betrug der Nettogewinn 483,5 Millionen Euro und lag damit etwas höher als die Ankündigung der Bank Mitte Januar. Die Aktionäre sollen eine Dividende von 40 Cents erhalten, nachdem sie im vergangenen Jahr wegen eines Verlusts leer ausgegangen waren.

Da Firmenwerte nicht in das regulatorische Kapital einfließen, hat die Erste Group zum Jahresende 2012 ihre Kernkapitalquote deutlich verbessert. Der Anstieg des Kernkapitals auf 11,8 Milliarden Euro sowie die Reduktion der risikogewichteten Aktiva um 7,6 Prozent spiegelte sich in einer gestiegenen Core Tier 1-Quote nach den Kapitalvorschriften "Basel 2.5" von 11,2 Prozent wider.

"Leichte Verbesserung in Zentral- und Osteuropa"

Für das Gesamtjahr erwartet die Erste Group eine "leichte Verbesserung der wirtschaftlichen Entwicklung in Zentral- und Osteuropa, auch wenn das Wachstum weiterhin verhalten sein wird". Die Bank will das Betriebsergebnis im Vergleich zum vergangenen Jahr stabil halten, wobei wegen des Zinsumfeldes und der moderaten Kreditnachfrage leicht niedrigere Betriebseinnahmen durch niedrigere Betriebskosten kompensiert werden sollen.

Der Bank macht das schwache Osteuropa-Geschäft zu schaffen, allen voran Ungarn. Schon Mitte vergangenen Jahres hatte Vorstandschef Andreas Treichl gesagt, die Ereignisse in Ungarn hätten seine Vorstellungskraft gesprengt. Das Land kämpft mit politischen Turbulenzen und Korruption.

In der Ukraine hat die Erste Group ganz die Reißleine gezogen und ihre dort beheimatete Tochter verkauft. Nun will sich die Bank auf das Geschäft im östlichen Teil der Europäischen Union konzentrieren.

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