• The Wall Street Journal

Telefonica Deutschland auf dem Sprung in den TecDax

Der TecDax wird ein neues Schwergewicht bekommen. Nach dem Börsengang der Tochter Telefonica Deutschland Ende Oktober 2012 erfüllt die Aktie mittlerweile die Kriterien für eine Aufnahme in den deutschen Technologieindex. Per Ende Januar lag die Aktie bei der Marktkapitalisierung auf Rang vier, beim Umsatz-Kriterium auf Platz acht unter den TecDax-Aktien.

Für eine reguläre Aufnahme in den Index, wie sie nun zum März-Termin ansteht, muss eine Aktie jeweils mindestens unter den besten 35 liegen. Mit den Plätzen vier und acht erfüllt Telefonica Deutschland sogar die Kriterien, die sie für einen sogenannten "Fast Entry" qualifizieren, für den die strengere 25/25-Regel gilt. Der Arbeitskreis Indizes der Deutschen Börse, der über die Indexzusammensetzung entscheidet, wird daher bei seiner halbjährlichen Überprüfung am 5. März nicht darum herumkommen, das Papier in den TecDax aufzunehmen.

dapd

Die Aktie von Telefonica Deutschland, im Bild der Vorstandsvorsitzende Rene Schuster, wird im März in den TecDax einziehen.

Eine Umbenennung in TelekomDax droht dem TecDax zwar nicht. Gleichwohl wäre Telefonica Deutschland bereits der fünfte Telekom-Wert in dem 30 Werte umfassenden Index neben United Internet, QSC, freenet und Drillisch .

Ein Kopf an Kopf-Rennen darum, wer seinen Platz freimachen muss, liefern sich die Aktien von Xing und Solarworld . Während Solarworld nach massiven Kursverlusten stark an Marktkapitalisierung eingebüßt haben, ist der Streubesitz bei Xing auf Grund des Übernahmeangebots von Burda stark gesunken, was ebenfalls die Marktkapitalisierung mindert.

Eine Änderung zeichnet sich auch im Nebenwerte-Index MDax ab. Die gute Kursentwicklung wie auch der hohe Streubesitz liefern der Aktie des Automobilzulieferers Norma Group gute Argumente für eine Aufnahme. Wackelkandidat im MDax ist die Vossloh -Aktie.

Kleine Hoffnungen kann sich Villeroy & Boch machen, künftig im SDax gelistet zu sein. Bei den Kriterien Marktkapitalisierung und Börsenumsätze lag die Aktie per Ende Januar auf den Plätzen 102 und 100. Als Wackelkandidat gilt die Aktie des Energieversorgers MVV, die bei den Umsätzen nur Position 111 einnimmt. Ihr Pfund ist aber Platz 79 bei der Marktkapitalisierung. Sollten die Index-Experten dieser Kennziffer einen höheren Stellenwert zubilligen, wäre der Verbleib von MVV im SDax gesichert. Für den SDax gilt die 110/110-Regel.

Keine Änderungen wird es im Dax und Euro-Stoxx-50 geben. Hier findet die reguläre Quartalsüberprüfung nur einmal jährlich im September statt. Außerplanmäßig sind hier Änderungen nur dann möglich, wenn sich Aktien gemäß den strengeren Regeln für einen "Fast Entry" bzw. "Fast Exit" aufdrängen. Dies ist derzeit aber nicht der Fall.

Kontakt zum Autor: thomas.leppert@dowjones.com

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