Von ALKMAN GRANITSAS und STELIOS BOURAS
Griechenland hat die Angebotsfrist für sein Schulden-Rückkaufprogramm am Freitagabend auslaufen lassen. Die griechischen Banken zeigten sich bereit, bis zu 100 Prozent der gehaltenen griechischen Staatsanleihen abzutreten, falls es von ausländischer Seite zu wenig Interesse geben sollte, wie Bankvertreter sagten.
Die vier griechischen Hauptgläubiger, die Staatsanleihen im Umfang von 15 Milliarden Euro halten, sind in den Deal voll einbezogen, der am Freitagabend abgewickelt werden soll, wie ein Vertreter der Banken sagte. Die Transaktion ist ein Teil des Athener Vorhabens, die Schulden zu verringern und den Weg für die nächste Hilfstranche zu ebnen.
"Die griechischen Banken sind zu 100 Prozent bereit, dem Land bei seiner Schuldenreduzierung zu helfen", sagte der Vertreter.
Die griechische Schuldenagentur hat die Eigner der Anleihen gebeten, bis 18 Uhr deutscher Zeit anzugeben, wie viele Titel sie zu welchem Preis anbieten wollen. Die Agentur prüft nun die Gebote, wobei eine endgültige Entscheidung, wieviel und zu welchem Preis gekauft wird - und wieviel die griechischen Banken veräußern - noch einige Tage auf sich warten lassen dürfte, wie mit dem Vorgang vertraute Personen sagen.
Einer informierten Person zufolge dürften frühestens am Montag die Ergebnisse des Rückkaufs bekannt werden. Die Vertreter der Eurozone müssten die voraussichtlichen Ergebnisse des Rückkaufs kennen, bevor sie Griechenland die Mittel zur Umsetzung der Transaktion geben.
Wenige Stunden vor der Deadline haben die Entscheidungsgremien der vier führenden Schuldner-Banken - National Bank of Greece (NBG), Eurobank Ergasias, Alpha Bank und Piraeus Bank - getagt, um die Transaktion zu besprechen. Danach sagten drei der Banken, darunter der Marktführer NBG, sie seien uneingeschränkt bereit, an der Transaktion teilzunehmen - wie dies bereits der staatlich kontrollierte Schuldner Hellenic Postbank zugesagt hat. Die Piraeus Bank dürfte den anderen Banken folgen.
Dafür, dass die Banken mitziehen, schirmt die Regierung sie von Klagen der Aktionäre ab, sagte der Finanzminister. Die Anteilseigner könnten vor Gerichtziehen, weil sie durch die Rückkäufe Verluste auf ihre Investments abschreiben müssen. Yannis Stournaras sagte in einem Radiointerview, die Regierung würde die teilnehmenden Banken für derartige Verluste entschädigen, so wie die Regierung die Banken Anfang des Jahres abgeschirmt hat, als das Land seine Schulden neu ordnete.
In welchem Wert die Banken Anleihen dazusteuern, wird davon abhängen, wieviel Zinsen von ausländischen Fonds und Banken gezahlt werden, sagte ein weiterer leitender Angestellter einer großen griechischen Bank. „Wir wollen auf einem möglichst geringen Niveau helfen, um das beizusteuern, was nötig ist", wenn die ausländischen Banken nicht genug Anleihen an Athen verkaufen, sagte er weiter. Nach Berichten lokaler Medien haben Auslandsinvestoren stark auf das Angebot reagiert – so dass die griechischen Banken möglicherweise nur drei Viertel ihrer Staatsanleihen verkaufen müssen.
Die Regierung hat 10 Milliarden Euro angeboten, um die Staatsschulden zurückzukaufen. Der angebotene Maximalpreis liegt zwischen 32,2 Prozent und 40,1 Prozent vom Nominalwert. Athen will mit den 10 Milliarden Euro ganze 30 Milliarden Euro Anleihen kaufen – und wäre so 20 Milliarden Euro Schulden los.
Athen hofft, etwa die Hälfte der 63 Milliarden Euro Schulden zu tilgen, die das Land privaten Gläubigern schuldet. Das ist eine Voraussetzung dafür, dass die europäischen und internationalen Gläubiger dem Land neues Geld leihen. Der Rückkauf muss am 12. Dezember abgeschlossen sein – einen Tag bevor Europas Finanzminister entscheiden, ob sie die Hilfen freigeben.
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