• The Wall Street Journal

Versicherer AIG will Sparte an Chinesen verkaufen

Der amerikanische Versicherungskonzern AIG könnte seine Flugzeugleasingsparte ILFC nach China verkaufen. AIG bestätigte Gespräche mit einem chinesischen Konsortium über den Verkauf von 90 Prozent an der International Lease Finance Corp (ILFC). Laut einer mit der Sache vertrauten Person könnte das Konsortium mehr als 5 Milliarden US-Dollar für die Sparte auf den Tisch legen.

Es ist bereits der zweite Versuch der American International Group (AIG), das Geschäft oder Teile davon zu verkaufen. Der Konzern hatte wiederholt erklärt, ILFC passe nicht in das aktuelle Geschäftsportfolio.

Der mögliche Verkauf eines Mehrheitsanteils an dem weltweit zweitgrößten Flugzeugleasinggeschäft nach der General-Electric-Tochter Gecas wäre nicht nur die letzte in einer ganzen Reihe von chinesischen Investitionen in den USA. Es wäre auch eine der größten.

AIG verhandelt mit einer Investorengruppe unter Führung des chinesischen Vermögensverwalters New China Trust, der New China Life Insurance und P3 Investments. Zu dem Konsortium gehören auch der China Aviation Industry Fund und ein Investmentarm der Industrial & Commercial Bank of China (ICBC).

ILFC zählte zu den Vorreitern im Flugzeugfinanzierungsgeschäft und bot den Flugzeuggesellschaften die Möglichkeit, ihre Flotten auch dann auszubauen, wenn sie nicht das notwendige Geld hatten, um selbst neue Maschinen zu kaufen. Unter Leitung des Gründers Steven Udvar-Hazy entwickelte sich das Unternehmen zu einem der größten und wichtigsten Kunden der weltgrößten Flugzeughersteller.

Doch nachdem AIG während der Finanzkrise der Zugang zu den Kreditmärkten verschlossen war und der Konzern Staatshilfen in Anspruch nehmen musste, setzte der Konzern ILFC auf die Verkaufsliste. Udvar-Hazy verließ das Unternehmen 2010 und gründete seine eigenes Flugzeugfinanzierungsunternehmen.

Versuche, ILFC an ein Konsortium unter Führung des ehemaligen Managementteams zu verkaufen, scheiterten am Preis. AIG verlangte seinerzeit mehr als 7 Milliarden Dollar, wie mit der Sache vertraute Personen sagten. Auch ein Börsengang der Sparte scheiterte.

In den vergangenen zwei Jahren musste das Geschäft mehr als 3 Milliarden Dollar abschreiben, konnte die Bilanz aber wieder verbessern und sich wieder Zugang zu Finanzierungsmärkten sichern, nachdem es ihr durch den Beinahe-Zusammenbruch an Liquidität mangelte.

Zudem ist das Unternehmen in einer Branche tätig, die davon profitiert, dass Fluggesellschaft ihre Maschinen zunehmend leasen statt kaufen. ILFC verfügt über und managt fast 1.000 Maschinen.

Kontakt zum Autor: redaktion@wallstreetjournal.de

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