Von FLORIAN FAUST
Die Aktie der Deutschen Telekom verliert zum Wochenausklang den Anschluss. Mit einem Minus von 3 Prozent führt sie die Verliererliste im Dax und im europäischen Telekomsektor mit großem Abstand an. Der Grund ist klar: Die Aktie wird für die Dividendenpolitik des Bonner Konzerns abgestraft. Denn für viele Anleger war und ist die T-Aktie nur wegen ihrer Dividendenrendite interessant. Mit rund 6 Prozent bewegt sich diese angesichts des Niedrigzinsumfeldes zwar noch immer in einem recht attraktiven Rahmen, die Analysten von Barclays sprechen gar von einem "robusten" Renditeniveau. Allerdings wird im Handel darauf verwiesen, dass die nun beschlossene Dividendenkürzung immerhin 30 Prozent ausmacht.
Die Telekom will in den kommenden Jahren nur noch 0,50 Euro je Schein ausschütten, 2012 waren es noch 0,70 Euro. "Negativ ist sicherlich die Senkung der Dividende", erklärt ein Händler die Abschläge am Aktienmarkt. Die für die kommenden beiden Jahre in Aussicht gestellte Ausschüttung läge zudem etwas unterhalb der Erwartung. Die Analysten der Sociét Générale nennen als Konsensschätzung für die Rendite 2013 einen Wert von 0,56 Euro sowie von 0,58 Euro für die Folgejahre 2014 und 2015. Andere Analysten wie die von J.P. Morgan sehen den Wert eher bei 0,60 Euro für 2013. Einig sind sich aber alle, dass die nun genannten Dividenden die Markterwartungen enttäuscht haben.
Sauer stoßen den Analysten zudem die geringeren Unternehmenszielsetzungen zum Barmittelfluss auf. "Der Ausblick auf den Cash Flow 2013 stellt eine Enttäuschung dar und verfehlt unsere Schätzungen", heißt es bei den Analysten von Espirito Santo. Damit treffen die Experten den Nerv des Marktes: "Wir sehen einen Wechsel hin zu Unternehmen, die einen guten Cash Flow generieren", sagt ein Aktienhändler. Auf Dauer könnten nur sie eine hohe Dividende ausschütten.
Doch so richtig den Daumen senken will unter den Analysten niemand. Schließlich steht die Telekom mit ihrer Dividendenpolitik im Vergleich zu den Mitbewerbern in Europa noch vergleichsweise gut dar. Das Unternehmen tut nach Ansicht von Bernstein operativ das Richtige. Die Versuche zur Trendumkehr in den USA und Deutschland dürften sich auszahlen. In den USA dürfte vor allem das iPhone positive Effekte erzeugen. Es brauche aber Zeit, bis es zu ersten Erfolgen komme. Daher sollten Investoren trotz der gekürzten Dividende aushalten, machen die Experten den Anlegern Mut. Dass der Telekommunikationskonzern seine Investitionen zu Lasten von Barmittelfluss und Dividende hochfährt, stellt für die Analysten von Goldman Sachs den ersten Schritt zur Verbesserung der Marktposition dar. Für die Analysten von Equinet ist dieser Weg gar "alternativlos".
Die Schar der Analysten sieht den Richtungswechsel der Deutschen Telekom aber insgesamt mit einer relativen Gelassenheit. Es überwiegen letztlich die positiven Stimmen, was sich an den Empfehlungen an die Anleger widerspiegelt. Bernstein, Société Générale, Equinet und Barclays raten weiter zum Kauf der T-Aktie. J.P. Morgan und Goldman Sachs prüfen die eigene Einstufung der Aktie noch und die WGZ-Bank sowie Warburg Research raten zum "Halten" der Titel. Nur die Experten von Espirito Santo stufen die Aktie mit "Verkaufen" ein und stehen damit ziemlich allein.
Kontakt zum Autor: florian.faust@dowjones.com







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