Von MIRIAM GOTTFRIED
T-Mobile USA hat den Ruf von Apple angenommen. Für den Konkurrenten Sprint Nextel könnte es deshalb jetzt zu Störungen in der Leitung kommen.
Der T-Mobile-Mutterkonzern Deutsche Telekom hat angekündet, man werde das iPhone ab dem nächsten Jahr in den USA verkaufen und auch viel Geld in das dortige Netz stecken. Beide Vorhaben machen es für den neuen Sprint-Mehrheitseigner Softbank schwerer, den direkten T-Mobile-Wettbewerber Sprint wie geplant zu stärken und nach vorn zu bringen.
Die Japaner hatten im Oktober vereinbart, mit 70 Prozent bei Sprint einzusteigen, momentan der Nummer drei am US-Mobilfunkmarkt. Konzernchef Masayoshi Son sagte damals, er wolle den Abstand zwischen Sprint und den beiden marktführenden Mobilfunkgiganten Verizon Wireless und AT&T verkürzen.
Um das zu schaffen, muss Sprint aber vor allem bei den noch kleineren Anbietern wie T-Mobile wildern. Denn beim schnellen - und marktentscheidenden - LTE-Netz liegt Sprint im Vergleich zu den beiden US-Marktführern immer noch deutlich zurück.
Bis jetzt hatte Sprint gegenüber T-Mobile immer den Vorteil des iPhone. Seit Oktober 2011 ist das beliebte Smartphone subventioniert mit Sprint-Vertrag im Angebot. Softbank-Chef Son weiß um die geschäftliche Bedeutung des iPhone. Er hat Vodafone Japan stark gemacht, weil er das Gerät als erstes in seinem Heimatland auf den Markt gebracht hat.
Da T-Mobile gerade erst beginnt, ein schnelles LTE-Netz aufzubauen, mit dem die modernen Smartphones erst so richtig ihre Stärken ausspielen können, hat Sprint auf diesem Feld im Moment noch die Nase vorn. Doch die Deutsche Telekom scheint willens, richtig Geld in die Hand zu nehmen, um aufzuholen. 2013 will sie 4,7 Milliarden investieren, weitere rund 3 Milliarden in den beiden Folgejahren.
Vielleicht ist es das eigentliche Ziel von Sprint-Softbank, T-Mobile irgendwann zu übernehmen. Das muss sich erst noch zeigen. Selbst wenn, ist unklar, ob die Kartellbehörden einen solchen Schritt genehmigen werden. Aber bis es soweit ist, wird die Stärkung von T-Mobile USA das Leben für Sprint in den nächsten Jahren deutlich beschwerlicher machen.
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