• The Wall Street Journal

ICE-Debakel könnte Siemens-Prognose kippen

Die verschobene Auslieferung von ICE-Zügen an die Deutsche Bahn kommt Siemens laut einem Pressebericht teuer zu stehen. Allein im laufenden ersten Geschäftsquartal werde der Münchener Konzern Belastungen zwischen 60 und 100 Millionen Euro verbuchen, berichtet die Financial Times Deutschland (FTD) unter Berufung auf Siemens-Kreise. Sogar die Prognose für das Geschäftsjahr 2012/13 könne ins Wanken kommen.

In den folgenden Quartalen dürften weitere Lasten hinzukommen, denn immer noch ist unklar, wann Siemens die insgesamt 16 Züge liefern kann, die eigentlich schon für Herbst 2011 terminiert waren. "Wenn der Konzern das Problem nicht schnell in den Griff bekommt, könnte dies die Jahresprognose kippen," sagte ein Insider der Zeitung. Siemens wollte den Bericht nicht kommentieren.

Die Prognose ist gerade mal vier Wochen alt: Bei der Bilanzvorlage Anfang November hatte der Konzern für das seit Oktober laufende Geschäftsjahr 2012/13 einen Nettogewinn aus fortgeführtem Geschäft von 4,5 bis 5 Milliarden Euro angekündigt.

Vor zwei Wochen musste Siemens erneut die Auslieferung von acht neuen ICE-3-Zügen verschieben, die die Deutsche Bahn eigentlich als Ersatzflotte mit Beginn des Winterfahrplans am 9. Dezember einsetzen wollte. Grund dafür sind Mängel bei der Software für die Leit- und Sicherheitstechnik. Damit hat die Bahn keine Reserve, sollten diesen Winter bei extremer Witterung abermals Züge ausfallen.

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