• The Wall Street Journal

Warum sich das Surface nicht verkauft

Microsoft ziert sich, die Verkaufszahlen für das Surface zu veröffentlichen – möglicherweise aus gutem Grund. Die frühe Nachfrage für das erste Tablet von Microsoft ist lausig. Sollte der Softwareriese tatsächlich wie von Zulieferern angegeben drei bis fünf Millionen Surface-Geräte für das vierte Quartal produziert haben, dann sind am 31. Dezember noch zwei bis vier Millionen Tablets über.

Microsoft

Das Tablet Surface von Microsoft.

Laut der Investmentfirma Detwiler Fenton wurden im Dezemberquartal vermutlich 500.000 bis 600.000 Surface RT verkauft und damit deutlich weniger als die von Microsoft erwarteten ein bis zwei Millionen. Der Grund: Microsofts Tablet-Strategie ist ein Chaos.

„Fehlender Vertrieb tötet das Produkt", erklärt Detwiler Fenton. „Durchwachsene Rezensionen und eine Startpreis von 499 Dollar sind sicherlich auch nicht gerade hilfreich – aber der Mangel an Präsenz bei Einzelhändlern wie Best Buy und einigen anderen zieht die Verkäufe ernsthaft nach unten." In Deutschland gibt es das Surface ohne Tastatur ab 479 Euro online direkt bei Microsoft.

Da das Surface nur in Microsoft Stores verkauft wird und diese Geschäfte kaum vorhanden sind, ist es unwahrscheinlich, dass die meisten Verbraucher das Gerät jemals zu Gesicht bekommen. Das lässt die Chance eines Kaufs deutlich sinken lässt – insbesondere bei diesem Preis. Angesichts einer großen Auswahl an anderen Tablets gibt es keinen guten Grund, sich auf den langen Weg zu einem Microsoft Store aufzumachen, sollte überhaupt einer in erreichbarer Nähe sein.

In den USA gibt es derzeit nur 31 Microsoft Stores und 34 kleinere Verkaufsstellen. Angesichts des Mangels an Läden sieht der Durchschnittskonsument derzeit ein Surface noch am ehesten auf einer Plakatwerbung.

Das versetzt Microsoft in eine schwierige Lage. Wird das Unternehmen beim ursprünglichen Plan bleiben und den Verkauf des Surface auf die eigenen Geschäfte beschränken? Oder wird es den Vertrieb auf andere Läden ausweiten, in der Hoffnung so noch die Bestände loszuwerden? Microsoft reagierte nicht auf eine Bitte um Stellungnahme.

Kontakt zum Autor: redaktion@wallstreetjournal.de

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