• The Wall Street Journal

Google macht es wieder spannend

Wenn Google am Dienstag nach US-Börsenschluss über den Geschäftsverlauf im Schlussquartal und Gesamtjahr berichtet, wird es in vielerlei Hinsicht mal wieder spannend. Nach dem derben Patzer mit der verfrühten Veröffentlichung der Bilanz im Oktober ist natürlich die eine Frage: Kommen die Zahlen diesmal pünktlich? Im Herbst hatte Google die Quartalszahlen versehentlich zu früh verschickt. Die Bilanz fiel dann auch noch ziemlich enttäuschend aus. Der Aktienkurs rauschte in den Keller und der Handel wurde wegen der verfrühten Veröffentlichung ausgesetzt. Dieser Fehler vernichtete Milliarden US-Dollar an Börsenwert. Google will die Zahlen - wie normalerweise üblich - diesmal wieder kurz nach Börsenschluss am Dienstag veröffentlichen.

[image] dapd

Am Dienstag nach US-Börsenschluss wird Google über den Geschäftsverlauf im Schlussquartal und im Gesamtjahr berichten. Nach dem Patzer vor drei Monaten - als die Zahlen zu früh verschickt wurden - soll diesmal alles glattgehen.

Mit Spannung warten die Investoren auch auf die Quartalsergebnisse der US-Technologiegiganten, die in dieser Woche zur Veröffentlichung anstehen. Da die Aussichten für die Ergebnisse in dem Sektor düster sind, werden die Anleger vor allem die Prognosen von Apple, Google, IBM und Microsoft genauer unter die Lupe nehmen. Bei Google hatte es bereits den Anschein, als würde das Unternehmen den Markt auf maue Zahlen einstimmen. Die Analysten der Wall Street hätten die falschen Prognosen, ließ Google vor einigen Tagen verlauten. Die Experten hätten den jüngsten Verkauf von Motorola Home nicht richtig in ihre Schätzungen miteinbezogen, so dass hier ein schräger Wert rauskomme, so Google-Chefbuchhalter Brent Callinicos: "Die Mehrheit der Analysten, die uns bewerten, haben Motorola Home noch in ihrer Umsatz- und Gewinnprognose für Google im Jahr 2012 berücksichtigt".

Google hatte im vergangenen Jahr rund 12,5 Milliarden Dollar für Motorola Mobility auf den Tisch gelegt. Interessiert war der Konzern vor allem an den Patenten und an den Smartphones von Motorola. Damit will Google das eigene Geschäft mit dem Betriebssystem Android stärken. Der Handyhersteller macht Google bisher aber keine Freude und schrieb in den vergangenen Monaten Verluste, allein im dritten Quartal war die Tochter mit 527 Millionen US-Dollar operativ in den Miesen.

Google will den Handyhersteller zurück in die Gewinnzone bringen und kündigte drastische Stellenstreichungen an. Neben dem Abbau von rund 4.000 Jobs ist auch die Schließung von etwa einem Drittel der 94 Fabriken geplant. Rund zwei Drittel der Stellenstreichungen sollen außerhalb der USA stattfinden. Der Stellenabbau verursachte bei Google Kosten im dreistelligen Millionen-Dollar-Bereich.

Im Dezember hat Google dann nach monatelanger Suche endlich einen Abnehmer für sein Geschäft mit TV-Empfangsgeräten gefunden. Das Kabelunternehmen Arris Group zahlt für die zur Motorola gehörende Set-Top-Box-Sparte rund 2,35 Milliarden Dollar in bar und in Aktien. Die Sparte ist einer der größten Anbieter der Geräte in den USA. Etwa 2,05 Milliarden Dollar davon fließen in bar.

Google hat bereits angekündigt, dass Umsatz und Gewinn von Motorola Home getrennt von den übrigen Geschäftszahlen unter der Rubrik "nicht fortgeführtes Geschäft" veröffentlicht werden. Zudem sollen die Zahlen für die ersten neun Monate 2012 nochmals separat als "fortgeführtes Geschäft" und "Motorola Home" berichtet werden. Die von Thomson Reuters befragten Analysten gehen bei Google für das Gesamtjahr 2012 von einem Umsatz von rund 41,5 Milliarden Dollar und einem Gewinn vor Sonderposten von 39,77 Dollar je Aktie aus.

Kontakt zum Autor: redaktion@wallstreetjournal.de

Copyright 2012 Dow Jones & Company, Inc. Alle Rechte vorbehalten

Dieses Textmaterial ist ausschließlich für Ihre private, nicht kommerzielle Nutzung. Die Verbreitung und die Nutzung dieses Materials unterliegt unserem Abonnentenvertrag und ist urheberrechtlich geschützt.

Panorama

  • [image]

    Die Welt in Bildern: 20. Mai

    In China explodiert eine Straßenüberführung, in Indien wütet eine Hitzewelle und in Israel kommt eine Geisel frei. Das und mehr sehen Sie in unseren aktuellen Fotos des Tages.

  • [image]

    Die Krise erreicht die Stierkampf-Arena

    Die Jahrhunderte alte spanische Stierkampf-Tradition steht vor dem Aus. Regionaler Nationalismus und Tierschützer setzen ihr schon seit Jahren zu. Die Rezession droht dem blutigen Spektakel aber den Gnadenstoß zu versetzen.

  • [image]

    Otto – ein deutsches Einkaufsimperium

    Die Otto Gruppe besteht nicht nur aus dem gleichnamigen Versand. Gegründet 1946, ist Otto heute in mehr als 20 Ländern aktiv - mit 123 Konzerngesellschaften wie SportScheck, Manufactum, Mirapodo oder Hermes. Überrascht? Wir zeigen, was noch alles zum Imperium gehört.

  • [image]

    Die SPD und ihre Gesichter

    In diesem Jahr feiert die SPD ihr 150 jähriges Bestehen. In der Geschichte der Bundesrepublik und des vereinigten Deutschlands hat sie die Politik entscheidend mitgeprägt. Wir zeigen einige der wichtigsten Politiker der altehrwürdigen Partei.

  • [image]

    Argentiniens versunkene Stadt taucht wieder auf

    Eine kleine Stadt in der Nähe von Buenos Aires versank nach einem Dammbruch vor 27 Jahren im Meer. Mehr als ein Vierteljahrhundert später erblickt die argentinische Geisterstadt Epecuén wieder das Licht.