• The Wall Street Journal

In den USA haben die Aufräumarbeiten begonnen

AP

Im Schnee laufen die Menschen am Freitag auf dem Weg zur Arbeit durch die Straßen Manhattans.

Nach heftigen Schneestürmen im Nordosten der USA und Teilen Kanadas haben am Samstagabend (Ortszeit) die Aufräumarbeiten begonnen. In der ganzen Region räumten Einsatzkräfte die Straßen frei, und Mitarbeiter der Elektrizitätswerke versuchten, die Stromversorgung wieder herzustellen. Der New Yorker Gouverneur Andrew Cuomo kündigte an, Arbeiter zur Unterstützung der örtlichen Einsatzkräfte in die US-Staaten Connecticut und Massachusetts zu schicken. "Gott war gütig letzte Nacht, denn es war eine verdammt gefährliche Situation", zitierte die Zeitung "New York Times" den Gouverneur. "Viele Leute hatten sehr viel Glück."

Zuvor war der Blizzard "Nemo" mit schweren Schneefällen über den Nordosten der USA hinweggezogen. Am Samstagabend waren laut einem Bericht des Fernsehsenders CNN noch immer über 550.000 Haushalte ohne Strom. Mindestens neun Menschen kamen demnach ums Leben, darunter ein zwölfjähriger Junge. Die Staaten New York, Massachusetts, Rhode Island, New Hampshire, Maine und Connecticut riefen den Notstand aus.

Zugverkehr eingestellt und Straßen gesperrt

Brian Snyder/Reuters

Die Eisenbahngesellschaft Amtrak stellte den Verkehr von New York Richtung Norden und von Boston Richtung Süden ein. In Massachusetts verhängte Gouverneur Deval Patrick ein Fahrverbot für alle Straßen.

In Connecticut fielen laut Nationalem Wetterdienst mancherorts mehr als 80 Zentimeter Schnee, über Massachusetts fegten Stürme mit einer Geschwindigkeit von über 130 Kilometern pro Stunde hinweg. Allein dort fiel der Strom in mehr als 400.000 Haushalten aus, berichtete CNN. Mehr als 5.000 Flüge wurden gestrichen.

"Dieser Sturm wird in den Top 5 der bekannten Schneestürme landen", prognostizierte Meteorologe David Stark vom Nationalen Wetterdienst. Die knapp 80 Zentimeter Schnee vor seinem Büro in Long Island seien der höchste Wert seit Beginn der Messungen 1949, sagte er der "New York Times".

In Long Island mussten mehr als zwei Dutzend Menschen die Nacht in einem Supermarkt verbringen, nachdem sie mit ihren Autos im Schnee stecken geblieben waren. "Die Straßen waren unpassierbar", sagte Jean Miller dem Sender CNN. "Wir sind nur froh, dass wir jetzt hier drin sind und nicht mehr da draußen."

Kritik an Vorbereitung der Behörden

Die Postangestellte Karlene Calliste verbrachte die Nacht auf Samstag auf einer Feuerwehrwache in Middle Island im Staat New York, nachdem sie zuvor in den Sturm geraten war. "Es ist verrückt. Sie waren nicht vorbereitet", sagte sie CNN. Es habe zu wenig Räumfahrzeuge gegeben und zahlreiche Autos seien im Schnee stecken geblieben.

In Massachusetts brachten Angehörige der Nationalgarde zahlreiche Menschen in Notunterkünfte. Allerdings konnten aufgrund der widrigen Wetterbedingungen nicht alle Soldaten ihre Häuser verlassen. Lediglich 2.000 von 5.000 einberufene Nationalgardisten traten schließlich ihren Dienst an.

Der öffentliche Verkehr stand wegen "Nemo" weitgehend still. Die Eisenbahngesellschaft Amtrak stellte den Betrieb von New York in Richtung Norden und von Boston in Richtung Süden ein. In Massachusetts habe Gouverneur Deval Patrick ein Fahrverbot für alle Straßen verhängt, in Connecticut seien die Schnellstraßen für den Privatverkehr gesperrt worden, hieß es in einem Bericht der "New York Times". In Boston stellten U-Bahnen, Busse und Nahverkehrszüge den Betrieb ein.

Kontakt zum Autor: redaktion@wallstreetjournal.de

Copyright 2012 Dow Jones & Company, Inc. Alle Rechte vorbehalten

Dieses Textmaterial ist ausschließlich für Ihre private, nicht kommerzielle Nutzung. Die Verbreitung und die Nutzung dieses Materials unterliegt unserem Abonnentenvertrag und ist urheberrechtlich geschützt.

Panorama

  • [image]

    Tausende Türken im regungslosen Protest

    Erdem Gündüz ist zur neuen Symbolfigur der türkischen Proteste geworden. Acht Stunden lang stand er auf dem Taksim-Platz in Istanbul – und rührte sich nicht. Im ganzen Land machen es ihm Menschen gleich.

  • [image]

    Die Welt in Bildern: 18. Juni

    Beim berühmten Pferderennen im britischen Ascot trinkt man trotz äußerer Eleganz den Sekt gern aus der Flasche, in Indien huldigen Hindus dem heiligen Fluss Ganges und in Madrid rücken die Abrissbagger in ein Elendsviertel ein. Das und mehr sehen Sie in unseren Fotos des Tages.

  • [image]

    Obama in Europa: Tanzen mit Angie, Boxen mit Wowi

    US-Präsident Barack Obama kommt viel herum - nicht nur, aber öfter in Deutschland, auch in Frankreich, Tschechien oder Großbritannien jubelt ihm die Menge zu. Wir zeigen schöne, nachdenkliche und sportliche Momente mit Obama in Europa.

  • [image]

    Spektakuläre Formen - Autos wie Skulpturen

    "Sinnlicher Stahl: Autos des Art Deco", unter diesem Titel zeigt das Frist Center for Visual Arts in Nashville, Tennessee, 19 Autos und zwei Motorräder. Die Ausstellung ist gewissermaßen eine Hommage an das im Art Déco gehaltene Gebäude: Sie zeigt Fahrzeuge in sinnlicher Strenge.

  • [image]

    Vom Holzmotorrad zum Schuhauto - die kuriosesten Fahrzeuge

    Mit Kristallen besetzte Autos oder ein Motorrad aus recycelten Fahrradteilen: Wer mit diesen Fahrzeugen unterwegs ist, zieht mit Sicherheit die Blicke auf sich. Wir zeigen, wie Menschen auf der ganzen Welt ihre fahrbaren Untersätze verschönern.

  • [image]

    Hochhauspreise schießen in den Himmel

    Investoren haben zuletzt zunehmend sehr große Summen für Hochhäuser in New Yorks Stadtteil Manhatten bezahlt. Einige der Gebäude in unserer Bildergalerie.

  • [image]

    Was 3D-Drucker können

    Immer mehr Unternehmen setzen 3D-Drucker im alltäglichen Geschäft ein. Ford nutzt sie bisher nur zur Herstellung von Prototypen. Der Autohersteller träumt aber von einer Zukunft, in der Kunden ihre eigenen Ersatzteile drucken können.

  • [image]

    Steiniges Heim in Kalifornien

    Sonne, Strand, spanisch-mexikanische Straßenzüge und entspannte Menschen: Santa Barbara an der Westküste der USA lockt Hollywood-Stars und Musiker an, die keine Lust auf Trubel haben. Unser Haus der Woche in den Hügeln über der Stadt bietet Ruhe - und atemberaubende Ausblicke.