• The Wall Street Journal

Talfahrt der deutschen Industrie gestoppt

Das produzierende Gewerbe Deutschlands hat im Dezember seine Produktion überraschend ausgeweitet. Gefragt waren vor allem Konsum- und Investitionsgüter. Im vierten Quartal insgesamt ging die Erzeugung zwar deutlich zurück, doch zeichnet sich ein Ende der Schwächephase ab. Schon im ersten Quartal sollte die Industrie das Wachstum in Deutschland wieder vorantreiben.

Nach den Zahlen des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWi) stieg der Ausstoß im Dezember gegenüber dem Vormonat bereinigt um 0,3 Prozent. Die von Dow Jones Newswires befragten Volkswirte hatten eine Stagnation erwartet. Allerdings lief der November schlechter als ursprünglich gemeldet. Statt des vorläufig gemeldeten Anstiegs um 0,2 Prozent ging die Produktion im November um 0,2 Prozent zurück.

Abwärtstrend gestoppt

"Es bleibt festzuhalten, dass der Abwärtstrend der Industrieproduktion gestoppt werden konnte. Wir erwarten, dass es sich dabei um die Trendwende zum Besseren handelt", sagte Postbank-Volkswirt Thilo Heidrich. Er verweist auf die bessere Stimmung in den Unternehmen, wie sie zum Beispiel das ifo-Geschäftsklima anzeigt. Auch das am Mittwoch gemeldete Plus bei den Neuaufträgen von 0,8 Prozent verstärkt den Aufwärtstrend.

Produktionsimpulse kamen am Jahresende von den Industriebetrieben, die den Ausstoß um 1,2 Prozent steigern konnten. Enttäuschend lief es für die Bauindustrie und die Energieerzeuger. Während letztere ein Minus von 3,4 Prozent hinnehmen mussten, brach der Bau um 8,9 Prozent regelrecht ein. "Der starke Rückgang der Bauproduktion ist rätselhaft. Das ist nicht mit der Witterung erklärbar", sagte der Chef des Bankhauses Lampe, Alexander Krüger.

Für das Wachstum im vierten Quartal kommt das Ende der Industrie-Talfahrt zu spät. Zwischen Oktober und Dezember sank die Produktion um 2,9 Prozent gegenüber dem dritten Quartal. Das Statistische Bundesamt hat den Rückgang der Wirtschaftsleistung bei seiner Vorabschätzung auf ein halbes Prozent beziffert. "Wenn man die Zahlen zur Produktion anschaut, könnte das am Ende noch etwas schlechter ausfallen", sagt Alexander Krüger.

Kontakt zum Autor: gisela.simon@dowjones.com und christian.grimm@dowjones.com

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