• The Wall Street Journal

Fujitsu und Panasonic fusionieren ihre LSI-Chipsparten

Die beiden japanischen Konzerne Fujitsu und Panasonic wollen wichtige Halbleitersparten zusammenlegen. Die sogenannten Chips mit Large-scale integration (LSI) sollen künftig unter einem Dach geplant und entwickelt werden. Beide Unternehmen wollen dadurch ihre Wettbewerbsfähigkeit auf diesem Gebiet stärken.

Unterdessen warnte Fujitsu im laufenden Geschäftsjahr vor einem kräftigen Verlust. Der Fehlbetrag soll dieses Geschäftsjahr 95 Milliarden Yen oder umgerechnet 750 Millionen Euro ausmachen. Als Grund nannte Fujitsu vor allem die hohen Restrukturierungskosten im angeschlagenen Halbleitergeschäft. Noch vor drei Monaten hatte Fujitsu einen Gewinn von 25 Milliarden Yen prognostiziert. Im Vorjahr fuhren die Japaner 42,71 Milliarden Yen Gewinn ein. Ein Verlust im laufenden Geschäftsjahr wäre der erste seit 2009.

[image] dapd

Es ist eine wichtige Partnerschaft, und sie kommt zu einem Zeitunkt, da Fujitsu vor dem ersten Verlust seit 2009 warnt: Mit Panasonic will der japanische Konzern wichtige Halbleitersparten zusammenlegen. Sie sollen zukünftig unter einem Dach geplant und entwickelt werden.

Die Zusammenlegung ist ein neuerliches Anzeichen für verlorene Wettbewerbsfähigkeit der japanischen Chiphersteller. Einst waren die japanischen Konglomerate dominante Spieler in der Branche. Nachdem es hier für die Japaner immer schlechter lief, brachten sie ihre Chipsparten zunehmend in Gemeinschaftsunternehmen unter. Weniger Konkurrenz im Inland sollte das Geschäft befeuern. Auch vom Fokus der Joint Ventures auf Halbleiter erhofften sich die Konzernchefs, wieder den Anschluss an die Konkurrenz aus anderen asiatischen Ländern zu finden.

Die massiven Schwierigkeiten im japanischen Halbleitergeschäft waren spätestens im vergangenen Jahr nicht mehr zu verbergen. Der einzige DRAM-Hersteller des Landes, Elpida Memory, musste Konkurs anmelden. Die Renesas Electronics überlebte nur durch ein Rettungspaket der japanischen Regierung in Höhe von 200 Milliarden Yen. Der Halbleiterproduzent war einst selbst durch eine Fusion der Chipsparten von Hitachi, Mitsubishi und NEC entstanden.

Das jetzt angekündigte Gemeinschaftsunternehmen von Fujitsu und Panasonic verhandelt nach Angaben beider Konzerne über eine Kapitalspritze von der staatsnahen Development Bank of Japan. Renesas hatte sich an den Gesprächen beteiligt. Die jetzige Nichtteilnahme am neuen Joint Venture dürfte signalisieren: Über die Bedingungen einer Zusammenlegung kamen schwere Meinungsverschiedenheiten auf. LSI-Chips kombinieren einen Mikroprozessor und andere spezielle Schaltkreise. Sie sind dringend erforderlich in Elektronikprodukten und Autos. Die hohen Forschungs- und Entwicklungskosten trübten den japanischen LSI-Herstellern jedoch trotzdem das Geschäft ein. Zudem belastete der harte Wettbewerb durch Konkurrenten aus dem Ausland.

Kontakt zum Autor: redaktion@wallstreetjournal.de

Copyright 2012 Dow Jones & Company, Inc. Alle Rechte vorbehalten

Dieses Textmaterial ist ausschließlich für Ihre private, nicht kommerzielle Nutzung. Die Verbreitung und die Nutzung dieses Materials unterliegt unserem Abonnentenvertrag und ist urheberrechtlich geschützt.

Panorama

  • [image]

    Die Welt in Bildern: 17. Mai

    Diesmal in den Bildern des Tages: Verhüllte Künstler in Hongkong, Vögel zählende Ranger in England, glückliche Studenten aus Maryland und mehr.

  • [image]

    Die neue S-Klasse

    Vor 62 Jahren fing alles mit dem Mercedes 220 an, dem Urahnen der heutigen S-Klasse. Daimler hat in Hamburg die zehnte Generation seiner Oberklasselimousine vorgestellt und sie soll Mercedes wieder auf den Thron der Luxusfahrzeuge bringen - unter anderem mit Parfum und Hot-Stone-Massageeffekt.

  • [image]

    Wie Weltraumbarde Chris Hadfield die Erde sieht

    150 Tage verbrachte der kanadische Astronaut Chris Hadfield auf der Internationalen Raumstation ISS. Wir zeigen wunderschöne Fotos aus dem All, die der Kanadier mit liebevollen Kommentaren getwittert hat.

  • [image]

    Argentiniens versunkene Stadt taucht wieder auf

    Eine kleine Stadt in der Nähe von Buenos Aires versank nach einem Dammbruch vor 27 Jahren im Meer. Mehr als ein Vierteljahrhundert später erblickt die argentinische Geisterstadt Epecuén wieder das Licht.

Erwähnte Unternehmen