• The Wall Street Journal

Silicon Valley wird zur Seifenoper

„Start-Ups: Silicon Valley" heißt das neueste TV-Format des US-Senders Bravo – ein schillerndes Porträt des Unternehmerlebens. Die Show löste eine Flut von vernichtenden Kritiken durch Blogger und Gründer aus, die ihren Alltag durch Sendung völlig falsch dargestellt sehen. Allerdings steckt trotz allem ein Körnchen Wahrheit in der Sendung.

Bravo

Eine Szene aus der Reality-Show „Start-Ups: Silicon Valley".

Die Show zeigt das Leben von jungen Leuten, die ins Silicon Valley kommen, um das nächste große Technologie-Start-up zu gründen und darum kämpfen, zwischen den anderen Glücksrittern herauszustechen. Diese Gruppe von Möchtegernunternehmern ist in der Tat groß und wächst, berichten Wagniskapitalgeber, die zwischen all den Versuchen die vielversprechenden finden müssen.

Jeff Clavier ist Wagniskapitalgeber und hat in der in der Sendung einen kurzen Auftritt. Er sagt, dass er nun Tausende von Empfehlungen im Jahr bekommt. „Es gab eine Zeit, in dem ich mich mit jedem getroffen habe, der mir von jemandem empfohlen wurde, dem ich vertraue", sagt Clavier. „Jetzt kann ich das nicht mehr. Ich muss meinen eigenen Filter anwenden."

Paul Graham, der Gründer des Frühphasenfinanzierers Y Combinator schrieb auf Twitter, dass er noch eine Minute vor Ablauf der Frist eine Bewerbung erhalten habe. Einige Wagniskapitalgeber beklagen, dass der Goldrauch zu viele Unternehmer angelockt hat, die Internet-Anwendungen für Konsumenten entwickeln wollen. Auf AngelList, einem Netzwerk für Unternehmer, die nach einer Finanzierung und Investoren suchen, sind mehr als 63 Prozent der dort verzeichneten Unternehmen im Endkunden-Geschäft unterwegs.

Niedrige Hürden für Consumer-Start-ups

Brian Singerman ist Partner bei der Wagniskapitalgesellschaft Founders Fund, die in Facebook und andere experimentelle Unternehmen im Bereich Biotechnologie und Robotik investiert hat. Der Grund für zu viele Gründer, die Applikationen für Konsumenten entwickeln, liegt seiner Meinung nach nicht darin, dass sie die Branche umwälzen wollen, sondern darin, dass die Hürden so niedrig sind.

Auf eine Berufung gegen das Urteil verzichtete das Staatsunternehmen, „weil die anstehende Novellierung des Personenbeförderungsgesetzes auch im Bereich Fernbus neue Rahmenbedingungen schaffen würde. Ein paralleles Gerichtsverfahren dazu hielten wir für wenig sinnvoll", sagte ein Bahnsprecher dem Wall Street Journal Deutschland.

„Es gibt eine wachsende Zahl von Leuten, die hier reich oder berühmt werden wollen", sagt Singerman. Außerdem treffe er sich regelmäßig mit Unternehmern, die „etwas Unglaubliches für die Welt erschaffen wollen."

Die Bravo-Show wird von Randi Zuckerberg produziert, die Schwester von Facebook-Chef Marc Zuckerberg. Auch die Sendung beleuchtet die wachsende Bedeutung der Selbstvermarktung im Silicon Valley, die teilweise eine Nebenwirkung des überfüllten Markts darstellt. In den vergangenen Jahren haben viele Unternehmer, Investoren und Anwälte persönliche Blogs und Twitter-Accounts gestartet. Gleichzeitig haben Wagniskapitalgeber wie Perkins Caulfield & Byers und Andreessen Horowitz Marketing- und PR-Experten zu Partnern gemacht.

David McClure hat 500 Start-ups gegründet und tritt in der ersten Folge der Bravo-Show auf. Teil seiner Motivation, in der Show mitzumachen, war die Aussicht auf kostenlose Werbung. „Es ist vermutlich nützlich für uns sichtbar zu sein, so lange wir nichts Dummes tun", sagt er.

Kontakt zum Autor: redaktion@wallstreetjournal.de

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