Von GUSTAV SANDSTROM und SVEN GRUNDBERG
Der finnische Produzent Nokia ist auf dem globalen Smartphone-Markt im dritten Quartal drastisch zurückgefallen, während die Rivalen Apple und Samsung den einstigen Platzhirschen immer weiter aus dem Markt drängen.
Nokia verkaufte im vergangenen Quartal nur noch 7,2 Millionen oder knapp über 4 Prozent der weltweit rund 170 Millionen verkauften Smartphones, belegt das Marktforschungsunternehmen Gartner. Damit stürzt der Konzern in der globalen Rangliste drastisch von Platz drei auf Platz sieben ab, obwohl der Smartphone-Markt boomt und im dritten Quartal um 47 Prozent gewachsen ist. Inzwischen machen die Alleskönner unter den Telefonen laut Gartner rund 40 Prozent aller verkauften Geräte aus.
Der iPhone-Hersteller Apple und der südkoreanische Konzern Samsung geben im weltweiten Smartphone-Geschäft weiter den Ton an. Zusammen kamen sie im dritten Quartal auf beinahe die Hälfte aller verkauften Geräte. Nokia hat sich dagegen offensichtlich mit seiner Wahl des Betriebssystems verkalkuliert.
Das von Microsoft entwickelte System für seine höherwertigen Smartphones und die Plattform Symbian für seine übrigen Geräte wurden im dritten Quartal nur in 5 Prozent aller Smartphones verwendet. Google s Android-System dagegen ist ein Verkaufsschlager und besitzt inzwischen einen Marktanteil von 72,4 Prozent.
„Der Start der neuen Lumia-Geräte, die mit Windows laufen, dürfte den Verfall im vierten Quartal aufhalten", schreiben die Analysten von Gartner. Sie fügen aber auch hinzu, dass sich Nokias Position bis 2013 nicht deutlich verbessern dürfte.
Nokia hatte die neuen Smartphones, das Lumia 920 und das günstigere 820 im September vorgestellt und in der vergangenen Woche den Verkauf gestartet. „Wir haben gerade die Verkaufszahlen der ersten vier Tage bekommen und sind sehr zufrieden", sagte CEO Stephen Elop bei einer Investorenkonferenz in Barcelona am Mittwoch. Allerdings gibt er zu, dass es noch ein weiter Weg sei, um es mit der Konkurrenz von Apple, Samsung und Google aufnehmen zu können. Auch der taiwanesische Konzern HTC und der kanadische Blackberry-Hersteller Research in Motion haben Nokia inzwischen überholt.
Im gesamten Markt für Mobilfunktelefone sackte Nokias Anteil um rund 4 Prozentpunkte auf 19,2 Prozent ab. Samsung trumpfte hier groß auf und überholte Nokia mit knapp 23 Prozent aller verkauften Geräte. Dabei beflügelte gerade die andauernd hohe Nachfrage nach Galaxy-Smartphones. Apple lag im Gesamtmarkt mit dem dritten Platz immer noch weit hinten, holte aber auf. Der US-Technologieriee verbesserte sich von 3,9 Prozent auf 5,5 Prozent.
Die weltweiten Handy-Verkäufe insgesamt sanken im Jahresvergleich laut Gartner. Endverbraucher fragten noch 428 Millionen Geräte nach, das sind 3,1 Prozent weniger als im Vorjahr.
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