• The Wall Street Journal

Facebook-Aktionäre lassen Zocker ins Leere laufen

Der befürchtete Kurseinbruch bei Facebook nach Ablauf der Haltefrist von rund 800 Millionen Aktien ist ausgeblieben. Offenbar wurden viele Investoren damit auf dem falschen Fuß erwischt. Ab Mittwoch wurden diese Aktien, überwiegend gehalten von Mitarbeitern des sozialen Netzwerks, frei und hätten verkauft werden können. Doch es kommt alles ganz anders: Die Aktie legt um über acht Prozent zu.

Agence France-Presse/Getty Images

Überraschenden Zuspruch bekam die Facebook-Aktie am Mittwoch.

Möglicherweise kommt hier eine mittlerweile übliche Praxis vorm Auslaufen einer Lock-Up-Periode zum Tragen. Anleger setzen in Erwartung massiver Verkäufe auf fallende Kurse. Doch diesmal geht diese Strategie nicht auf, denn die Mitarbeiter von Facebook scheinen wieder mehr Vertrauen in die Entwicklung ihres Unternehmens zu haben und verkaufen ihre Anteile daher nicht. In der Folge müssen diese Leerpositionen geschlossen werden, was zu einem starken Eindeckungsbedarf mit damit verbundenem Kursanstieg führt. Für die Facebook-Aktie geht es daher um 8,3 Prozent auf 21,52 Dollar nach oben. Vom Jahrestief bei 17,55 Dollar haben sich die Titel nun wieder ein ganzes Stück erholt.

Das Sentiment für die Aktie habe sich in jüngster Zeit deutlich verbessert, ist aus dem Handel zu hören. Vor allem die Ergebnisse für das dritte Quartal scheinen wieder etwas Vertrauen geschaffen zu haben. So vermeldete Facebook Ende Oktober ein stabiles Wachstum bei Umsatz und Nutzerzahlen. Und auch die gestiegenen Kosten für Marketing, Verwaltung und die Entwicklung neuer Produkte schreckten die Anleger nicht ab. Aber vor allem das Werbegeschäft mit Handynutzern scheint sich positiv zu entwickeln - vorher ein Sorgenkind der Analysten. Der Umsatz mit Anzeigen auf mobilen Geräten zog stark an. Ein fast schon überlebenswichtiger Punkt, denn mittlerweile zählt Facebook weltweit über eine Milliarde Nutzer, von denen viele das Netzwerk über mobile Endgeräte nutzen.

Nachdem es seit dem Börsengang im Mai, mit einem Ausgabepreis von 38 Dollar, für die Aktie deutlich nach unten ging, könnte die positive Reaktion auf das Ende der Haltefrist einen Wendepunkt für die Aktie darstellen. Doch muss Facebook die Entwicklung in den kommenden Quartalen erst bestätigen oder weiter ausbauen. Und im Dezember und Mai 2013 laufen noch weitere Haltefristen aus. Dann darf wieder spekuliert werden.

Kontakt zum Autor: thomas.rossmann@dowjones.com

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