Von MATINA STEVIS
Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble will drei Kreditraten im Umfang von 44 Milliarden Euro für Griechenland auf einen Streich auszahlen. Das bestätigte Schäuble auf dem Treffen der EU-Finanzminister in Brüssel. Bedingung dafür sei, dass Griechenland die ständige Überwachung durch die Inspektoren der Troika akzeptiere und ein Sperrkonto eingerichtet werde. Auf diese Weise soll sichergestellt werden, dass Griechenland zuerst die Forderungen seiner Gläubiger bedient. Wenn alle Voraussetzungen für die Tranchen erfüllt seien, "ist es relativ logisch, dass wir nicht nur über Juni und September sondern bis Jahresende mitbefinden", so Schäuble.
Sein griechischer Amtskollege warnte die Eurozone vor weiteren Verzögerungen. "Die Gefahr für einen Unfall ist jetzt sehr hoch", sagte Yiannis Stournaras. Das Ergebnis seien "Bankrott und Insolvenz mit Ansteckungsgefahr". Am Montagabend hatte sich die Eurogruppe noch nicht auf eine Auszahlung der Hilfskredite einigen können. Die Minister wollen am 20. November zu einer weiteren Sitzung zusammenkommen.
Bei dem Treffen war der Zwist um die Schuldentragfähigkeit Griechenlands offen zutage getreten. IWF-Chefin Christine Lagarde drängt auf einen Schuldenerlass durch die Euro-Länder, während das aus deren Reihen massiv zurückgewiesen wird. Der Währungsfonds sorgt sich, dass der griechische Schuldenstand 2020 nicht auf 120 Prozent des Bruttoinlandsprodukts gesenkt werden kann. Wackelt dieses Ziel, darf der IWF aber nach jetzigem Stand nicht weiter Geld nach Athen verleihen.
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