Von MAX TAVES
Noch können Apps keine Fenster putzen: Aber auch das ist wohl nur noch eine Frage der Zeit. Der 34-jährige Songwriter Savan Kotecha hat 80.000 Dollar ausgegeben, um sein 220 Quadratmeter großes Haus in Hollywood zu modernisieren. Dabei ist von den Renovierungen auf den ersten Blick nichts zu sehen.
Kotecha, der für die amerikanische Version der Talentsucheshow „The X Factor" arbeitet, nennt sich selbst einen „Apple -Freak" und hat mit einer iPad-App der Firma Crestron viele Funktionen in seinem Haus automatisiert. „Das war es absolut wert", sagt Kotecha, der noch mehr High-Tech-Elemente in sein Haus einbauen will.
Häuser mit 50 unterschiedlichen automatisierten Zonen sind keine Seltenheit mehr. Mit einem Griff auf einem Tablet-Computer können Hausbesitzer ihre Einfahrt anwärmen, wenn es schneien soll, ihre Fische oder Katzen füttern oder das Sauerstoffniveau in ihrer hoch gelegenen Skihütte anpassen. Eine andere App kann eine Wärmebild-Überwachungskamera steuern und damit nachts Bilder schießen.
Seit sich Smartphones und Tablets immer weiter verbreitet haben, ist der Wettbewerb zwischen den Firmen, die Häuser automatisieren, in den vergangenen zwei bis drei Jahren besonders hart geworden. Firmen wie Crestron, RTI und Control4 bieten Apps an, durch die Hausbesitzer viele Funktionen in ihrem Haus mit Apple- und Android-Geräten bedienen können. Neun von zehn Hausbesitzern, die ihr Heim teilweise automatisiert haben, nutzen dazu solche Geräte, berichtet die Custom Electronic Design and Installation Association (Cedia), und von denen nutzen 87 Prozent Apple-Geräte. Savant Systems, einer der wichtigsten Anbieter von Automatisierungsprogrammen, hat Apple zum Rückgrat seiner Produkte gemacht.
Diese Technologie verändert auch die Pflege von alten und kranken Hausbesitzern. Zum Beispiel können Bewegungsmelder im Boden erkennen, ob ein Sturz lebensgefährlich war und gegebenenfalls einen Rettungswagen rufen.
Sollte es in einem Haus brennen, können automatisierte Programme alle elektronischen Geräte und die Klimaanlage ausschalten und nur so viele Lichter brennen lassen, wie die Bewohner brauchen, um den Weg nach draußen zu finden.
Doch Apps leisten die Arbeit nicht allein. Mit neuen Programmen zur Stimmerkennung und Bewegungsmeldung können Hausbesitzer zum Beispiel ihre Vorhänge öffnen, indem sie einfach ihre Hände durch die Luft bewegen. Neue Kameras scannen die Netzhaut der Augen, um die bevorzugten Fernsehprogramme einer Person aufzurufen.
„Die Dinge, von denen man hört, sind verblüffend", sagt Jim Carroll, Mitgründer von Savant Systems. „Alles ist möglich."
Kontakt zum Autor: redaktion@wallstreetjournal.de









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