• The Wall Street Journal

Kanadas Notenbankchef führt bald die Bank of England

LONDON - Er hat Kanada gut durch die Finanzkrise gebracht, nun soll er Großbritannien retten: Mark Carney, bisher Gouverneur der kanadischen Zentralbank, wird Nachfolger von Mervyn King als Gouverneur der Bank of England und damit erster Ausländer an der Spitze dieser Institution.

Wie Schatzkanzler George Osborne mitteilte, tritt Carney sein Amt am 1. Juli nächsten Jahres für fünf Jahre an. Die Bank of Canada bestätigte den Wechsel. Carney leitet die BoC seit 2008. Schatzkanzler Osborne bezeichnete Carney, der auch den Financial Stability Board leitet, als "herausragenden Zentralbanker seiner Generation".

Mark Carney wurde durch die Abwehr der Finanzkrise bekannt, die Kanada im Vergleich zu anderen Ländern ohne größere negative Folgen überstand. Financial Times und Time Magazin kürten ihn daraufhin zur weltweiten Spitzenkraft der Finanzwirtschaft. Carney begann seine Karriere bei Goldman Sachs, wo er dreizehn Jahre tätig war.

Amtsinhaber Mervyn King begrüßte Carney als Vertreter einer neuen Generation von Führungskräften und eine außerordentlich gute Wahl. "Seit Mark die Bank of Canada führt, habe ich eng mit ihm zusammengearbeitet. Ich schätze seinen Beitrag zur Welt der Zentralbanken, in der er sehr respektiert wird", sagte King.

Ein Problem hat nun die kanadische Zentralbank, sie muss sich unvermutet einen neuen Chef suchen. In einer Pressekonferenz mit Kanadas Finanzminister Jim Flaherty sprach Carney von einer "schwierigen, aber wichtigen Entscheidung". Er gehe dahin, wo die größten Herausforderungen lägen, denn Kanada gehe es gut.

Als möglicher Nachfolger Carneys bei der BoC gilt sein Stellvertreter Tiff Macklem. Allerdings kamen sowohl Carney als auch dessen Vorgänger David Dodge von außen, als sie Gouverneure wurden.

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