• The Wall Street Journal

Goldminen droht der Abstieg unter Tage

Die Papiere von Goldminenbetreibern krebsen schon lange am Boden herum. Doch jetzt könnte es noch schlimmer kommen.

Sowohl die Aktien von Goldminen als auch Indexfonds auf Metalle sollen Investoren die Möglichkeit geben, sich an der Goldrally zu beteiligen. In der Theorie. Tatsächlich hinken die Minenaktien hinterher. Die Kurse der Papiere sind in den vergangenen fünf Jahren im Großen und Ganzen unverändert geblieben – während sich der Goldpreis mehr als verdreifacht hat.

Die 20 größten Goldreserven der Welt

Daran sind auch die Minenunternehmen schuld. Mit teuren Zukäufen haben sie Geld verbrannt. Auch hohe Betriebskosten haben die Gewinnmargen schrumpfen lassen. So blieb von den hohen Goldpreisen wenig übrig. All das hat die börsengehandelten Indexfonds auf Gold ungleich attraktiver dastehen lassen.

Jetzt verschlimmert die Regierung in Washington die Probleme der Minenbetreiber noch. Wenn Barack Obama den Haushalt nicht in den Griff bekommt, kommen zum 1. Januar automatische Kürzungen und Steuererhöhungen. Auch die Abgaben auf langfristige Kapitalgewinne durch Rohstoffe steigen dann – von 15 Prozent auf 23,8 Prozent für Haushalte mit mehr als 250.000 US-Dollar Jahreseinkommen. Die Steuern auf Dividenden der Papiere von Rohstoffunternehmen könnten von 15 Prozent auf 43,4 Prozent steigen. Das trifft auch die US-Aktionäre von Minenbetreibern dort, wo es weh tut.

Reuters

Eine Fördermaschine lädt in Indonesien Erz auf den Laster.

Die Steuern auf Gewinne durch Goldbarren dagegen steigen nur wenig – von 28 Prozent um wahrscheinlich 3,8 Prozentpunkte. Zwar sind die Abgaben damit immer noch höher als die auf die Papiere der Minenbetreiber. Allerdings sind Goldinvestoren es gewohnt, Geld für Steuern zur Seite zu legen.

Die Investoren in Minenaktien könnten dagegen ihre Anlagen im großen Stil überdenken. Das dürften sie eher auf einmal als dauerhaft tun, glaubt Bart Melek, Senioranalyst für Rohstoffe beim Finanzdienstleister TD Securities – ein Hoffnungsschimmer. Trotzdem ist der Absprung von Anlegern das letzte, was der kränkelnde Sektor zurzeit gebrauchen kann.

Kontakt zum Autor: redaktion@wallstreetjournal.de

Copyright 2012 Dow Jones & Company, Inc. Alle Rechte vorbehalten

Dieses Textmaterial ist ausschließlich für Ihre private, nicht kommerzielle Nutzung. Die Verbreitung und die Nutzung dieses Materials unterliegt unserem Abonnentenvertrag und ist urheberrechtlich geschützt.

Haus der Woche

  • [image]

    Diese Villa ist die teuerste Immobilie der USA

    20 Hektar Fläche, dazu ein kilometerlanger eigener Strand und zwei Inseln obendrauf: Dieses opulente Anwesen in Connecticut ist die derzeit teuerste Immobilie in den USA, die zum Verkauf steht. Und das hat seine Gründe.

  • [image]

    Das sind die beliebtesten Länder der Welt

    Deutschland ist nach einer Umfrage des britischen Senders BBC das beliebteste Land der Welt. Allerdings geht es nicht darum, wo es sich am besten leben lässt, sondern welche Nation den besten Einfluss hat.

  • [image]

    Die Welt in Bildern: 23. Mai

    Haben Sie das Wetter gerade satt? Menschen weltweit geht es genauso: In England hagelt es, in Nepal und Norwegen gießt es in Strömen, in den USA stürmt und blitzt es und in Indien schwitzen sogar die Gänse. Schauen Sie nach in unseren Fotos des Tages!

  • [image]

    Tornados hinterlassen einen Pfad der Zerstörung

    Mit enormer Wucht haben Tornados in der Nacht zu Dienstag Städte und Dörfer im US-Bundesstaat Oklahoma getroffen, darunter auch eine Grundschule. Jetzt beginnen die Aufräumarbeiten. Dabei wird das enorme Ausmaß der Naturkatastrophe deutlich.

  • [image]

    Im Luxusreich der Teenager

    Damit sich ihre Kinder gern zu Hause aufhalten, lassen wohlhabende Eltern für sie luxuriöse Wohnbereiche mit Karaokeanlagen, Billardtischen und riesigen Computern gestalten. Einige treiben es dabei auf die Spitze.