Von TATYANA SHUMSKY
Die Papiere von Goldminenbetreibern krebsen schon lange am Boden herum. Doch jetzt könnte es noch schlimmer kommen.
Sowohl die Aktien von Goldminen als auch Indexfonds auf Metalle sollen Investoren die Möglichkeit geben, sich an der Goldrally zu beteiligen. In der Theorie. Tatsächlich hinken die Minenaktien hinterher. Die Kurse der Papiere sind in den vergangenen fünf Jahren im Großen und Ganzen unverändert geblieben – während sich der Goldpreis mehr als verdreifacht hat.
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Daran sind auch die Minenunternehmen schuld. Mit teuren Zukäufen haben sie Geld verbrannt. Auch hohe Betriebskosten haben die Gewinnmargen schrumpfen lassen. So blieb von den hohen Goldpreisen wenig übrig. All das hat die börsengehandelten Indexfonds auf Gold ungleich attraktiver dastehen lassen.
Jetzt verschlimmert die Regierung in Washington die Probleme der Minenbetreiber noch. Wenn Barack Obama den Haushalt nicht in den Griff bekommt, kommen zum 1. Januar automatische Kürzungen und Steuererhöhungen. Auch die Abgaben auf langfristige Kapitalgewinne durch Rohstoffe steigen dann – von 15 Prozent auf 23,8 Prozent für Haushalte mit mehr als 250.000 US-Dollar Jahreseinkommen. Die Steuern auf Dividenden der Papiere von Rohstoffunternehmen könnten von 15 Prozent auf 43,4 Prozent steigen. Das trifft auch die US-Aktionäre von Minenbetreibern dort, wo es weh tut.
Die Steuern auf Gewinne durch Goldbarren dagegen steigen nur wenig – von 28 Prozent um wahrscheinlich 3,8 Prozentpunkte. Zwar sind die Abgaben damit immer noch höher als die auf die Papiere der Minenbetreiber. Allerdings sind Goldinvestoren es gewohnt, Geld für Steuern zur Seite zu legen.
Die Investoren in Minenaktien könnten dagegen ihre Anlagen im großen Stil überdenken. Das dürften sie eher auf einmal als dauerhaft tun, glaubt Bart Melek, Senioranalyst für Rohstoffe beim Finanzdienstleister TD Securities – ein Hoffnungsschimmer. Trotzdem ist der Absprung von Anlegern das letzte, was der kränkelnde Sektor zurzeit gebrauchen kann.
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