Von NOÉMIE BISSERBE
PARIS—Die konservative französische Oppositionspartei UMP droht auseinanderzubrechen, nachdem Schlichtungsgespräche zwischen den beiden möglichen Präsidentschaftskandidaten der Partei am Sonntagabend gescheitert sind. Der als Vermittler eingesetzte ehemalige französische Premierminister Alain Juppé warf schon nach einer kurzen Unterredung mit den Rivalen das Handtuch. Die Bedingungen für eine Schlichtung seien nicht gegeben, seine „Mission" sei „vorbei", sagte er französischen Fernsehberichten zufolge.
Die beiden UMP-Politiker Jean-François Copé und François Fillon beharken sich seit einer Woche, als die Wahl zum neuen Parteivorsitzenden zunächst mit einem Patt und Vorwürfen des Wahlbetrugs in beiden Lagern endete. Mehr als 24 Stunden lang waren alle Stimmzettel noch einmal ausgezählt und Copé, der zum rechten Parteiflügel gehört, mit knappem Vorsprung zum neuen Parteivorsitzenden erklärt worden.
Sein Rivale Fillon, der unter Ex-Präsident Nicolas Sarkozy Premierminister war und für eine Politik der Mitte steht, hatte das Ergebnis erst akzeptiert, zwei Tage später dann aber doch angefochten. Er warf der UMP vor, Stimmen aus drei französischen Überseegebieten nicht berücksichigt zu haben.
Jetzt steht die jahrzehntealte Partei, die nach dem Rückzug ihres früheren Vorsitzenden Sarkozy führerlos ist, vor der Zerreißprobe. Der Anfechtungsausschuss der Partei prüfe weiterhin die Stimmzettel und werde eine Entscheidung treffen, sagte Copé und fügte hinzu: „Der rechtliche Prozess darf nicht unterbrochen werden."
Der französische Finanzminister Pierre Moscovici nannte das Debakel „das Schlimmste, was in der Politik passieren kann". Auch andere Parteimitglieder sehen schwarz: „Alle Bedingungen für einen Bruch innerhalb der UMP-Partei sind da", sagte Lionel Tardy, Abgeordneter im französischen Parlament und Anhänger von Fillon.
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