Von STELIOS BOURAS und NEKTARIA STAMOULI
ATHEN — Die vier größten Banken Griechenlands benötigen Kapital in Höhe von 27,4 Milliarden Euro, um die Folgen der Abschreibungen auf Staatsanleihen des Landes zu stemmen, während sie sich gegen wachsende Verluste in einer rapide schrumpfenden Volkswirtschaft ankämpfen.
Eine massive Restrukturierung von 200 Milliarden Euro der Schulden des Landes, die dieses Jahr abgeschlossen wurde, entzog Griechenlands wichtigsten Banken die Kapitalbasis. Die National Bank of Greece, die Eurobank Ergasias, die Alpha Bank und die Piraeus Bank sind gezwungen staatliche Hilfen zu beantragen.
Am Freitag gab die National Bank of Greece bekannt, dass sie eine Kapitalunterstützung von 9,7 Milliarden Euro benötigt. Die Alpha Bank meldete einen Kapitalbedarf von 4,6 Milliarden an. Schon am Donnerstag hatten Eurobank und Piraeus Bank einen Bedarf von 5,8 Milliarden beziehungsweise 7,4 Milliarden Euro gemeldet.
„Die Gesamtsumme liegt eher am oberen Ende der Erwartungen", sagte Panagiotis Kladis, Analyst bei der Investmentfirma National P+K. „Das ist eine Menge Geld und das Interesse von Investoren an diesen Banken wird von der wirtschaftlichen Lage der kommenden Monate und dem gesamtwirtschaftlichen Aussichten bestimmt sein."
50 Milliarden Euro der 173 Milliarden Euro schweren internationalen Hilfsmaßnahmen an Griechenland muss die Regierung in Athen in einen Banken-Rekapitalisierungsplan investieren. Nach den Bedingungen des Plans wird Griechenlands Bankenrettungsinstitution, der hellenische Finanzstabilisierungsfonds, kommende Bezugsrechtsemissionen besichern und damit effektiv die Kontrolle der vier großen Banken übernehmen, die zusammengenommen dreiviertel der Vermögen des Bankensystems halten.
Die griechischen Banken werden eine Mischung aus gewöhnlichen Aktien und Wandelanleihen nutzen, um den internationalen Bedingungen an die Kapitalausstattung zu genügen. Nach dem Plan müssen die Banken gewöhnliche Aktien ausgeben, um bei der Kernkapitalquote Tier 1 6 Prozent zu erreichen. Um die insgesamt geforderten 9 Prozent zu erreichen, können sie für die Lücke zwischen 6 und 9 Prozent auf die Ausgabe von Wandelanleihen zurückgreifen.
Die Aktien werden in Bezugsrechtsemissionen begeben, die vermutlich Anfang des kommenden Jahres stattfinden werden. Die Aktien werden dabei den Altaktionären zu einem Preis angeboten, der 50 Prozent unter dem durchschnittlichen Marktpreis der vergangenen 50 Tage liegen wird. Die Anleihen werden mit einen jährlichen Zinssatz von 7 Prozent ausgegeben, der pro Jahr um 0,5 Prozentpunkte steigt. Nach fünf Jahren werden die Anleihen in Aktien verwandelt.
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