• The Wall Street Journal

Geiselnahme bei Deutscher Bank endet unblutig

dapd

Polizisten eines Spezialeinsatzkommandos stehen in Berlin-Zehlendorf vor der Filiale der Deutschen Bank, in der ein Angestellter als Geisel genommen wurde.

Die Geiselnahme in einer Filiale der Deutschen Bank in Berlin in der Nacht zum Sonntag unblutig beendet worden. Der Täter wurde festgenommen. Ein Polizeisprecher teilte mit, der Mann habe aufgegeben und die Geisel - einen Angestellten der Filiale - freigelassen.

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) würdigte nach das Vorgehen der Polizisten. «Ich bin erleichtert über das glückliche Ende der Geiselnahme und danke den Polizisten für ihren professionellen Einsatz», sagte Wowereit am Samstag auf dapd-Anfrage. Nun sei es Aufgabe der Ermittlungsbehörden, die Hintergründe des Falles vollständig aufzuklären.

Am Freitagnachmittag hatte der angeblich mit einer Bombe bewaffnete Mann im gutbürgerlichen Berliner Bezirk Zehlendorf eine Filiale der Deutschen Bank überfallen und einen Angestellten als Geisel genommen. Er habe Geld und freies Geleit gefordert, sagte ein Polizeisprecher am Ort des Geschehens. Das Gebäude in der Potsdamer Straße wurde weiträumig abgesperrt. Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort.

Der Täter war gegen 16.00 Uhr in die Filiale eingedrungen. Andere Mitarbeiter der Bank konnten über einen Notausgang fliehen, wie der Sprecher sagte. Es sei derzeit noch unklar, ob es eine von langer Hand geplante Tat war. Möglicherweise habe der Mann auch nicht von vornherein beabsichtigt, Geiseln zu nehmen. Die Identität des Täters war zunächst nicht bekannt. Gegen 18.00 Uhr hatten die Einsatzkräfte bereits zweimal Kontakt zu dem Täter aufgenommen, wie der Sprecher mitteilte. Die Deutsche Bank wollte sich selber zu den Ereignissen vorerst nicht äußern.

Nach Informationen der Bild-Zeitung soll es sich bei dem Täter um einen Deutschen handeln. Er wird als Ende zwanzig und von kräftiger Statur beschrieben. Er soll eine Million Euro fordern, erfuhr die Zeitung.

Einem Bericht der Berliner Morgenpost zufolge soll der Gangster im Besitz einer Bombe sein und gedroht haben, das Gebäude in die Luft zu sprengen. Den Bericht wollte der Sprecher unter Verweis auf den laufenden Einsatz vorerst nicht kommentieren.

Zuletzt hatte in Berlin im April 2003 ein Geiselnehmer einen Linienbus nach einem Banküberfall im Stadtteil Schöneberg in seine Gewalt gebracht. Ein zweiter Bankräuber konnte zunächst entkommen. Von ursprünglich 20 Geiseln wurden im Verlauf einer mehrstündigen Irrfahrt durch die Stadt alle bis auf zwei freigelassen. Nach viereinhalbstündiger Geiselnahme stürmte ein Spezialeinsatzkommando den entführten Bus, befreite die letzten beiden Geiseln unverletzt und nahm den 46-jährigen Entführer fest.

Im Juni 1995 hatten sechs Männer eine Commerzbank, ebenfalls in Zehlendorf, überfallen und 16 Geiseln genommen. Als die Polizei nach 18 Stunden die Bank stürmte, waren die Täter mit einer Beute von knapp 16 Millionen D-Mark, darunter Lösegeld aber auch Goldbarren und Schmuck aus den Safes, durch einen selbst gegrabenen Tunnel entkommen. Sie wurden aber später gefasst und verurteilt.

Kontakt zum Autor: redaktion@wallstreetjournal.de

Copyright 2012 Dow Jones & Company, Inc. Alle Rechte vorbehalten

Dieses Textmaterial ist ausschließlich für Ihre private, nicht kommerzielle Nutzung. Die Verbreitung und die Nutzung dieses Materials unterliegt unserem Abonnentenvertrag und ist urheberrechtlich geschützt.

Staatschef auf Reisen

  • [image]

    Obama in Europa: Tanzen mit Angie, Boxen mit Wowi

    US-Präsident Barack Obama kommt viel herum - nicht nur, aber öfter in Deutschland, auch in Frankreich, Tschechien oder Großbritannien jubelt ihm die Menge zu. Wir zeigen schöne, nachdenkliche und sportliche Momente mit Obama in Europa.

  • [image]

    Die Welt in Bildern: 17. Juni

    In den Bildern des Tages sucht ein Junge in Hannover Abkühlung im Freibad, bestaunen die Menschen in Indien die ersten Schäden der Regensaison, baut ein Mann in Nepal Reis an und handelt ein Verkäufer in Mumbai mit Knoblauch.

  • [image]

    Spektakuläre Formen - Autos wie Skulpturen

    "Sinnlicher Stahl: Autos des Art Deco", unter diesem Titel zeigt das Frist Center for Visual Arts in Nashville, Tennessee, 19 Autos und zwei Motorräder. Die Ausstellung ist gewissermaßen eine Hommage an das im Art Déco gehaltene Gebäude: Sie zeigt Fahrzeuge in sinnlicher Strenge.

  • [image]

    Vom Holzmotorrad zum Schuhauto - die kuriosesten Fahrzeuge

    Mit Kristallen besetzte Autos oder ein Motorrad aus recycelten Fahrradteilen: Wer mit diesen Fahrzeugen unterwegs ist, zieht mit Sicherheit die Blicke auf sich. Wir zeigen, wie Menschen auf der ganzen Welt ihre fahrbaren Untersätze verschönern.

  • [image]

    Hochhauspreise schießen in den Himmel

    Investoren haben zuletzt zunehmend sehr große Summen für Hochhäuser in New Yorks Stadtteil Manhatten bezahlt. Einige der Gebäude in unserer Bildergalerie.

  • [image]

    Was 3D-Drucker können

    Immer mehr Unternehmen setzen 3D-Drucker im alltäglichen Geschäft ein. Ford nutzt sie bisher nur zur Herstellung von Prototypen. Der Autohersteller träumt aber von einer Zukunft, in der Kunden ihre eigenen Ersatzteile drucken können.

  • [image]

    Steiniges Heim in Kalifornien

    Sonne, Strand, spanisch-mexikanische Straßenzüge und entspannte Menschen: Santa Barbara an der Westküste der USA lockt Hollywood-Stars und Musiker an, die keine Lust auf Trubel haben. Unser Haus der Woche in den Hügeln über der Stadt bietet Ruhe - und atemberaubende Ausblicke.

Erwähnte Unternehmen