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Blackberry-Hersteller will Gebühren anders abrechnen

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RIM-Chef Thorsten Heins verschreckte Anleger bei einer Telefonkonferenz nach Vorlage der Zahlen mit der Bemerkung, man werde das Gebührenmodell ändern. Die laufenden Gebühren für den Blackberry-Dienst stellen eine wichtige Einnahmequelle für das kanadische Unternehmen dar.

TORONTO--Der Blackberry-Hersteller Research in Motion (RIM) kommt nicht aus der Krise. Das kanadische Unternehmen hat erstmals in seiner Geschichte einen Rückgang der Nutzerzahlen verzeichnet. Der Kundenstamm schrumpfte um rund eine Million auf 79 Millionen. CEO Thorsten Heins kündigte bei Vorlage der Quartalszahlen an, die Gebühren für Kunden demnächst anders abzurechnen. Das löste Sorgen über die künftigen Umsätze des Unternehmens aus.

Anleger, die sich zuvor noch über die besser als erwartet ausgefallenen Quartalszahlen gefreut hatten, reagierten verschreckt. Die Papiere von RIM stürzten auf nasdaq.com bis 19.59 Uhr Ortszeit New York um 9,3 Prozent ab. Vor den Aussagen von Heins in einer Telefonkonferenz lagen sie noch um mehr als 8 Prozent im Plus.

RIM will Ende Januar das neue Betriebssystem Blackberry 10 zusammen mit zwei neuen Smartphones auf den Markt bringen. CEO Heins will 2013 dann auch die Preispolitik ändern, konkret wurde er bei seinen Plänen aber nicht. Der Blackberry-Hersteller ist stark von den Gebühreneinnahmen abhängig, sie sind eine der stabilsten Einnahmequellen des Unternehmens. Beobachter sorgen sich nun, dass die Erträge künftig womöglich nicht mehr so fließen wie bisher.

Das dritte Quartal bescherte dem Urgestein der Smartphonebranche wieder einen Gewinn. Zudem hat sich der Barmittelbestand auf Quartalssicht um 600 Millionen auf 2,9 Milliarden US-Dollar erhöht. Das Geld braucht der Konzern, um die neuen Smartphones mit Blackberry 10 am Markt zu platzieren. In den drei Monaten zum 1. Dezember erzielte RIM einen Gewinn von 9 Millionen Dollar oder 2 Cent je Aktie. Im Vorjahr waren es noch 265 Millionen oder 0,51 Dollar je Anteil. Im zweiten Quartal diesen Jahres hatte sie einen Verlust von 235 Millionen Dollar verbucht.

Der Umsatz halbierte sich zuletzt nahezu auf 2,7 Milliarden Dollar, was am Markt aber allgemein erwartet worden war. Wie sich die Neugestaltung der Servicegebühren auf den Umsatz auswirken wird, blieb offen. Heins gab sich zuversichtlich: Das Unternehmen habe sich stabilisiert und werde im nächsten Jahr die Wende schaffen, sagte der Manager.

Im hart umkämpften Markt der mobilen Alleskönner ist RIM immer mehr ins Hintertreffen geraten. Sie wird inzwischen von Apple mit seinem iPhone und von Android-Smartphones von Herstellern wie Samsung beherrscht.

Für viele Analysten sind daher die neuen Produkte von RIM entscheidend für die Zukunft des Konzerns. Inzwischen testen mehr 150 Anbieter die neuen Smartphones, wie RIM mitteilte. Zuvor waren es nur 50 Telefongesellschaften gewesen. RIM braucht eine breite Angebotsbasis, um mit der Markteinführung Erfolg zu haben.

Im dritten Quartal verkaufte RIM 6,9 Millionen Smartphones, im Quartal zuvor waren es 7,4 Millionen.

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