• The Wall Street Journal

Facebook will Geld für Nachrichten

Facebook erhebt in den USA testweise von den Nutzern Gebühren für bestimmte Textmitteilungen. Das soziale Netzwerk hat nach eigenen Angaben einen Dienst gestartet, bei dem für Nachrichten an Facebook-Mitglieder außerhalb des eigenen Freundeskreises je 1 US-Dollar fällig werden, die Mails dafür aber auch eine größere Chance bekommen, wahrgenommen zu werden. Facebook sucht nach wie vor nach Wegen, die eigene Popularität zu Geld zu machen.

In einer online veröffentlichten Erklärung von Facebook heißt es, dass nach einer Studie die „Erhebung von Gebühren beim Versender" wahrscheinlich der effektivste Weg sei, „den Versand unerwünschter Nachrichten" zu verhindern, damit zugleich jene Nachrichten ihren Adressaten besser erreichen, die „relevant und nützlich sind".

Facebook erlaubt es seinen Mitgliedern zwar schon jetzt, Mitteilungen an andere Facebook-Mitglieder zu versenden, die nicht dem eigenen Freundeskreis angehören, doch landen solche Textnachrichten in einem Ordner mit dem Namen „Sonstiges" und werden so häufig übersehen.

Nach dem neuen System sollen Mitteilungen an „Nicht-Freunde" künftig für eine kleine Gebühr direkt in der „Inbox" des jeweiligen Adressaten landen.

Anfänglich wird jede so verschickte Mitteilung 1 Dollar kosten, allerdings will Facebook diese Gebühr noch etwas testen. Das Angebot wendet sich ausschließlich an natürliche Personen, die bei Facebook Mitglied sind. Ein Konzern wie Coca-Cola soll keine Möglichkeit bekommen, im großen Stil Nachrichten an Facebook-Mitglieder zu verschicken.

Video auf WSJ.com

Facebook has begun testing a system for users to send messages to people outside their immediate circle of social contacts for a payment of $1, as the company continues to find new ways to capitalize on its popularity. The WSJ's Yun-Hee Kim has the story.

Noch macht Facebook das Angebot nur einer kleinen Gruppe von Nutzern in den USA zugänglich und beschränkt die Zahl der bezahlten Nachrichten, die jeder Nutzer auf diese Weise bekommen kann auf eine pro Woche.

Vor wenigen Monaten hatte Facebook testweise angeboten, dass Nutzer gegen 7 Dollar Gebühr ihre eigenen Postings besser sichtbar auf der Seite gestalten konnten.

Facebook hat zwar 1 Milliarde aktive Nutzer, verfolgt allerdings auch verschiedene Ansätze kommerzieller Art, um das Vertrauen der Investoren zu unterfüttern. Nachdem Facebook im Mai an die Börse gegangen ist war der Kurs seiner Aktie von anfänglichen 38 Dollar auf unter 20 Dollar abgeschmiert. Am Donnerstag ging das Papier mit 27,36 Dollar aus dem Handel.

Kontakt zum Autor: redaktion@wallstreetjournal.de

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