Von FIONA LAW
HONGKONG – Die Schweizer Großbank UBS kommt auch in Asien unter Druck. Die Finanzaufsicht für Hongkong ermittelt gegen das Institut und prüft, ob es den dortigen Referenzzinssatz Hibor manipuliert hat .
Erst am Mittwoch hatte die UBS zugestimmt, den Aufsichtsbehörden in drei Ländern umgerechnet knapp 1,2 Milliarden Euro Geldbuße zu leisten - ebenfalls für Zinsmanipulationen. Die japanische UBS-Tochter bekannte sich zudem des kriminellen Betruges schuldig.
Am Donnerstag erklärte die Hong Kong Monetary Authority, sie habe von ausländischen Regulierern Hinweise erhalten, die auf ein Fehlverhalten der UBS bei ihren täglichen Meldungen zum Interbankenzins Hibor und anderen Referenzsätzen in Asien hindeuteten. Man werde in Zusammenarbeit mit den ausländischen Behörden weitere Informationen sammeln und dann über weitere Schritte entscheiden.
Die Regulierer prüfen auch, inwieweit der Hibor, die Hong Kong Interbank Offered Rate, tatsächlich beeinflusst wurde. Welche weiteren Referenzsätze in Asien betroffen sein könnten, teilte die Aufsicht nicht mit. Mark Panday, Sprecher der UBS in Hongkong, erklärte: „Wir werden weiter mit den verschiedenen Aufsichtsbehörden arbeiten, um die Probleme bei der Ermittlung bestimmter Referenzzinssätze zu lösen."
Am Mittwoch war der UBS vorgeworfen worden, dass sie die Libor-Version in japanischen Yen zu beeinflussen versucht hatte. Die Staatsanwaltschaft vermutet, dass ein ehemaliger Derivatehändler der UBS in Tokio Rädelsführer der Manipulation war. Laut Finanzaufsicht war die Zusammenarbeit zwischen UBS-Angestellten und anderen Händlern so weitreichend, dass der Yen-Libor dadurch tatsächlich beeinflusst wurde.
Die täglichen Hibor-Sätze werden aufgrund von Daten der Banken berechnet und dienen als Referenz für eine ganze Reihe von Darlehensparametern in Hongkong, von Zinssätzen für Kredite bis zu Derivaten und Anleihen. Der Hibor wird nach dem gleichen System erhoben wie der britische Libor.
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