• The Wall Street Journal

Washington will wackelige Banken abstoßen

Der amerikanische Staat will weitere Relikte der Finanzkrise los werden und drückt dabei aufs Tempo. Im kommenden Jahr will die US-Regierung Bankenbeteiligungen, die sie sich im Rahmen ihres Bankenrettungsprogramms TARP ans Bein gebunden hatte, in großem Stil zurückfahren.

Vier Jahre, nachdem das Programm ins Leben gerufen wurde, ist die US-Regierung immer noch an 218 Finanzinstituten beteiligt. Dabei handelt es sich größtenteils um kleinere Geldhäuser. Viele kämpfen immer noch ums Überleben und können ihren Zahlungsverpflichtungen gegenüber dem Staat nicht nachkommen. In Summe schulden diese Banken den US-Steuerzahlern noch rund 7,5 Milliarden US-Dollar.

Gut zwei Drittel der verbliebenen Beteiligungen an Banken, die seinerzeit unter die Fittiche der Regierung geschlüpft sind, will das Finanzministerium im nächsten Jahr abstoßen, wie eine mit den Plänen vertraute Person sagte. Die übrigen Geldhäuser sollen entweder ihre Schulden bei den Steuerzahlern begleichen oder ihre Investments aus den Zeiten der Finanzkrise in Ordnung bringen - auch wenn dies etwas mehr Zeit in Anspruch nehmen dürfte.

Alles muß raus

Bisher hatte sich die US-Regierung bei ihren Verkäufen vor allem auf die Banken konzentriert, die sich auf dem Weg der Besserung befanden. Im kommenden Jahr will das Finanzministerium aber rigoroser vorgehen. Dann sollen auch Anteile an Banken abgestoßen werden, die teils noch größere Finanznöte plagen. Von insgesamt 50 Instituten ist dabei laut der in den Vorgang eingeweihten Person die Rede.

Vergangene Woche erst war der Staat endgültig beim Versicherer American International Group ausgestiegen . AIG hatte seinerzeit den größten Geldbatzen aus dem Rettungsfonds erhalten.

Insgesamt hat die US-Regierung im Rahmen ihres Bankenrettungsprogramms mehr als 245 Milliarden Dollar in 707 angeschlagene Finanzinstitute gepumpt - darunter auch namhafte Häuser wie Bank of America und Citigroup . Gut 268 Milliarden Dollar der Rettungsgelder sind mittlerweile zurückgezahlt worden - unter anderem auch in Form von Dividenden.

Während große Geldhäuser ihre Schulden beim Staat schnell abtragen konnten, tun sich kleinere Banken schwerer damit, finanziell wieder auf die Beine zu kommen. Die größte Bank, die sich noch in der Obhut des Staates befindet, ist die Synovus Financial Corp, die den amerikanischen Steuerzahlern fast 970 Millionen Dollar schuldet.

Kontakt zum Autor: redaktion@wallstreetjournal.de

Copyright 2012 Dow Jones & Company, Inc. Alle Rechte vorbehalten

Dieses Textmaterial ist ausschließlich für Ihre private, nicht kommerzielle Nutzung. Die Verbreitung und die Nutzung dieses Materials unterliegt unserem Abonnentenvertrag und ist urheberrechtlich geschützt.

Panorama

  • [image]

    Die Welt in Bildern: 18. Juni

    Beim berühmten Pferderennen im britischen Ascot trinkt man trotz äußerer Eleganz den Sekt gern aus der Flasche, in Indien huldigen Hindus dem heiligen Fluss Ganges und in Madrid rücken die Abrissbagger in ein Elendsviertel ein. Das und mehr sehen Sie in unseren Fotos des Tages.

  • [image]

    Obama in Europa: Tanzen mit Angie, Boxen mit Wowi

    US-Präsident Barack Obama kommt viel herum - nicht nur, aber öfter in Deutschland, auch in Frankreich, Tschechien oder Großbritannien jubelt ihm die Menge zu. Wir zeigen schöne, nachdenkliche und sportliche Momente mit Obama in Europa.

  • [image]

    Spektakuläre Formen - Autos wie Skulpturen

    "Sinnlicher Stahl: Autos des Art Deco", unter diesem Titel zeigt das Frist Center for Visual Arts in Nashville, Tennessee, 19 Autos und zwei Motorräder. Die Ausstellung ist gewissermaßen eine Hommage an das im Art Déco gehaltene Gebäude: Sie zeigt Fahrzeuge in sinnlicher Strenge.

  • [image]

    Vom Holzmotorrad zum Schuhauto - die kuriosesten Fahrzeuge

    Mit Kristallen besetzte Autos oder ein Motorrad aus recycelten Fahrradteilen: Wer mit diesen Fahrzeugen unterwegs ist, zieht mit Sicherheit die Blicke auf sich. Wir zeigen, wie Menschen auf der ganzen Welt ihre fahrbaren Untersätze verschönern.

  • [image]

    Hochhauspreise schießen in den Himmel

    Investoren haben zuletzt zunehmend sehr große Summen für Hochhäuser in New Yorks Stadtteil Manhatten bezahlt. Einige der Gebäude in unserer Bildergalerie.

  • [image]

    Was 3D-Drucker können

    Immer mehr Unternehmen setzen 3D-Drucker im alltäglichen Geschäft ein. Ford nutzt sie bisher nur zur Herstellung von Prototypen. Der Autohersteller träumt aber von einer Zukunft, in der Kunden ihre eigenen Ersatzteile drucken können.

  • [image]

    Steiniges Heim in Kalifornien

    Sonne, Strand, spanisch-mexikanische Straßenzüge und entspannte Menschen: Santa Barbara an der Westküste der USA lockt Hollywood-Stars und Musiker an, die keine Lust auf Trubel haben. Unser Haus der Woche in den Hügeln über der Stadt bietet Ruhe - und atemberaubende Ausblicke.

Erwähnte Unternehmen