• The Wall Street Journal

Welcher Laptop soll unter den Baum?

Walt Mossberg presents his annual fall laptop buyers' guide for the 2012 holidays. He gives three major tips for dealing with the confusion that consumers may face since the release of Windows 8 and Windows RT. (Photo: AP)

Gerade als man dachte, man könne endlich mal wieder ohne Sorgen einen neuen Laptop kaufen, taucht ein nächstes Problem auf: Überangebot. Die Regale in den Läden sind voll von schicken neuen PCs und Macs, auf denen tolle neue Betriebssysteme laufen. Doch es ist auf einmal viel komplizierter, sich für ein Gerät zu entscheiden. Besonders Windows-Nutzer stehen vor der Qual der Wahl.

In diesem Jahr werde ich mich bei meinen weihnachtlichen Kaufempfehlungen daher darauf beschränken, ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen. Wie immer richtet sich mein Leitfaden an normale Nutzer und nicht an Unternehmer, Hardcore-Spieler und ernsthafte Filmproduzenten.

Apple

Das MacBook Pro gibt es jetzt auch in der 13-Zoll-Variante mit hochauflösendem Retina-Bildschirm.

Windows und Mac: Die Grenzen verschwimmen

Es gab immer schon einige grundlegende Unterschiede zwischen Windows-Laptops und Apples MacBook Air und MacBook Pros. Computerhersteller von Windows-Geräten boten schon immer eine größere Auswahl und niedrigere Preise an. Mac-Modelle verfügten hingegen über die bessere Software, waren weniger anfällig für Viren und Schadprogramme und insgesamt zuverlässiger und eleganter.

Doch mit der Veröffentlichung von Windows 8 sind die Unterschiede noch größer geworden. MacBooks sind weiterhin traditionelle Laptops, die per Touchpad und Tastatur gesteuert werden. Apple hat zwar auch das iPad im Angebot, doch die Differenzierung zwischen Tablet-PC und Notebook bleibt bestehen.

Windows-8-Laptops verbinden hingegen beide Ansätze über zwei unterschiedliche Benutzerumgebungen auf einem Computer. Da gibt es die traditionelle Windows-Desktop-Oberfläche, die man am besten mit Touchpad, Maus und Tastatur bedient. Und dann gibt es den neuen Startscreen-Modus, der wie bei einem Tablet funktioniert und der am besten per Touchscreen betrieben wird.

Wenn Sie also auf der Suche nach einem vertrauten Laptop sind, konzentrieren Sie sich auf den Mac. Wenn Ihnen die Idee von zwei verschiedenen Ansätzen auf einem Gerät gefällt, suchen Sie sich ein Windows-8-Notebook aus.

Microsoft

Auf Microsofts Surface RT läuft eine spezielle Variante von Windows 8, genannt Windows RT.

Welches Windows 8?

Und sollten Sie sich tatsächlich für Windows 8 entscheiden, dann wird es jetzt richtig kompliziert. Denn es gibt zwei Versionen des neuen Betriebssystems – das einfache Windows 8 und Windows 8 Pro. Bei der letzteren Variante verfügen die Laptops über einige zusätzliche Funktionen, mit denen man sich zum Beispiel leichter von zuhause mit seinem Firmennetz verbinden kann. Sollte Ihnen das wichtig sein, halten Sie Ausschau nach einem Pro-Laptop.

Um es Ihnen noch ein bisschen schwerer zu machen, gibt es einige neue Windows-Geräte, auf denen eine besondere Variante von Windows 8 mit Namen Windows RT zum Einsatz kommt. Der erste eigene Computer von Microsoft, das Surface, läuft zum Beispiel damit. Auf dem normalen Windows 8 laufen all die traditionellen Programme, die man so kennt – Office 2010, Chrome, Quicken oder iTunes. Was auf Windows 7 und XP gestartet werden kann, dürfte auch bei Windows 8 keine Probleme bereiten. Anders sieht es jedoch bei RT aus. Auf Geräten mit Windows RT laufen vor allem für Tablet-PCs und den neuen Startbildschirm programmierte Apps. Darum werden die Produkte mit speziellen Versionen von Office ausgeliefert. Wer also auf alte Programme angewiesen ist, sollte die RT-Geräte im Regal stehen lassen.

Touchscreen - Ja oder nein?

Windows 8 ist ein Betriebssystem, das für die Touch-Bedienung optimiert wurde. Natürlich kann man auch eine Maus oder die Tastatur nehmen. Doch das coolste neue Feature ist ohne Frage der Startscreen. Und die speziell angepassten Apps, die man über Microsofts Online Store kaufen kann, lassen sich am besten mit den Fingern bedienen. Um alles zusammenzubringen, haben Hersteller wie Acer Notebooks wie das Aspire S7 herausgebracht, die neben einer Tastatur und einem Touchpad auch einen Touchscreen haben.

Wenn man sich jedoch umschaut, dann verfügen nur die wenigsten Windows-8-Laptops derzeit über einen Touchscreen. Als ich in dieser Woche ein Best Buy -Geschäft besucht habe, stieß ich nur auf drei dünne, leichte und mit Touchscreen ausgerüstete Ultrabooks mit Windows 8. Es gab zwar noch ein paar größere Modelle mit Touchscreen und auch ein Einstiegmodell. Doch der Großteil kam ohne Touchscreen aus.

Da ich der Meinung bin, dass der Tablet-Modus von Windows 8 am besten mit einem Touchscreen funktioniert, empfehle ich niemandem, einen Laptop ohne zu kaufen.

Tablet oder Convertible?

Im Gegensatz zu Apple hat Microsoft kein separates Betriebssystem für Tablets. Windows 8 wurde darum für den Einsatz sowohl auf herkömmlichen Computern als auch auf Tablet-PCs programmiert. In meinen Tests fand ich heraus, dass es gut, wenn nicht sogar am besten auf Tablets läuft, die zusätzliche Tastaturen haben können, um auch herkömmliche Desktop-Programme bedienen zu können. Doch es gibt auch eine Reihe von Laptops, die „Convertibles" genannt werden. Bei diesen speziellen Modellen lässt sich der Bildschirm so drehen, dass er die Tastatur abdeckt. Dann sieht das Notebook wie ein Tablet aus und kann auch so bedient werden.

Man sollte sich bei diesen Geräten jedoch nicht auf eine exzessive Nutzung als Tablet einstellen. Denn die Modelle, die mir untergekommen sind, waren zu schwer und groß, um sie länger in der Hand zu halten. Wem das nicht gefällt, der sollte lieber auf ein iPad zurückgreifen oder sich für ein Android-, Windows-8- oder Windows-RT-Tablet entscheiden.

Speicher

Windows 8 und die Systemdateien scheinen viel mehr Speicherplatz zu benötigen als es bei Windows 7 der Fall war. Auf dem Lenovo Yoga-Laptop, den ich getestet habe, waren von den 128 Gigabyte nur 70 verfügbar. Darum sollte man vorsorgen und beim Kauf nicht knausern: Nehmen Sie eine 500 Gigabyte große Festplatte oder einen 256 Gigabyte großen Flashspeicher.

Mac-Konfusion

Trotz des neuen Mountain Lion-Betriebssystems hat sich der Mac lange nicht so stark verändert wie Windows. Es gibt eine Version für normale und professionelle Anwender – keine abgespeckte Variante wie bei Windows. Und auch wenn es bei Mountain Lion einige Dinge gibt, die man sich beim iPad abgeschaut hat, so versucht Apple nicht, bei der Bedienung einem Tablet nachzueifern.

Allerdings hat Apple seine MacBook Pro-Modelle überarbeitet und damit ein wenig für Verwirrung gesorgt. Beide Varianten mit 13- und 15-Zoll-Bildschirm gibt es nun in zwei Versionen: mit regulärem Bildschirm und mit Retina-Display. Der hochauflösende Bildschirm treibt den Preis in die Höhe. Dafür bekommt man mehr Pixel für sein Geld. Ob man die jedoch braucht, muss jeder für sich selbst entscheiden.

Preis

Das billigste Mac-Notebook ist das 11 Zoll große MacBook Air. Es kostet 1.049 Euro. Wer einen Windows-8-Laptop haben möchte, der kann schon bei 300 Euro einsteigen. Allerdings ist die Ausstattung dann entsprechend gering und an einen Touchscreen sollte man gar nicht erst denken. Wer mehr will, sollte mit 600 bis 1000 Euro rechnen.

Fazit

Es ist eine spannende Zeit für Laptop-Käufer. Besonders Windows-Liebhaber kommen auf ihre Kosten. Man sollte sich jedoch vor dem Besuch beim Händler darüber Gedanken machen, was man eigentlich braucht. Dann gibt es am Ende auch keine langen Gesichter.

Kontakt zum Autor: redaktion@wallstreetjournal.de

Copyright 2012 Dow Jones & Company, Inc. Alle Rechte vorbehalten

Dieses Textmaterial ist ausschließlich für Ihre private, nicht kommerzielle Nutzung. Die Verbreitung und die Nutzung dieses Materials unterliegt unserem Abonnentenvertrag und ist urheberrechtlich geschützt.

Haus der Woche

  • [image]

    Diese Villa ist die teuerste Immobilie der USA

    20 Hektar Fläche, dazu ein kilometerlanger eigener Strand und zwei Inseln obendrauf: Dieses opulente Anwesen in Connecticut ist die derzeit teuerste Immobilie in den USA, die zum Verkauf steht. Und das hat seine Gründe.

  • [image]

    Das sind die beliebtesten Länder der Welt

    Deutschland ist nach einer Umfrage des britischen Senders BBC das beliebteste Land der Welt. Allerdings geht es nicht darum, wo es sich am besten leben lässt, sondern welche Nation den besten Einfluss hat.

  • [image]

    Die Welt in Bildern: 23. Mai

    Haben Sie das Wetter gerade satt? Menschen weltweit geht es genauso: In England hagelt es, in Nepal und Norwegen gießt es in Strömen, in den USA stürmt und blitzt es und in Indien schwitzen sogar die Gänse. Schauen Sie nach in unseren Fotos des Tages!

  • [image]

    Tornados hinterlassen einen Pfad der Zerstörung

    Mit enormer Wucht haben Tornados in der Nacht zu Dienstag Städte und Dörfer im US-Bundesstaat Oklahoma getroffen, darunter auch eine Grundschule. Jetzt beginnen die Aufräumarbeiten. Dabei wird das enorme Ausmaß der Naturkatastrophe deutlich.

  • [image]

    Im Luxusreich der Teenager

    Damit sich ihre Kinder gern zu Hause aufhalten, lassen wohlhabende Eltern für sie luxuriöse Wohnbereiche mit Karaokeanlagen, Billardtischen und riesigen Computern gestalten. Einige treiben es dabei auf die Spitze.

Erwähnte Unternehmen