Von ERIC ORDEN
Dreamworks hat eines seiner wichtigsten Werkzeuge veröffentlicht. Die Animationssoftware namens Open VDB ist nun kostenlos erhältlich. Zuletzt wurde sie von dem Filmstudio genutzt, um den 145 Millionen US-Dollar teuren Animationsfilm „Hüter des Lichts" zu produzieren, der am 29. November in die deutschen Kinos kommt. Open VDB erlaubt es Trickfilmherstellern, Effekte wie Rauch und andere formlose Materialien darzustellen.
Dreamworks-Manager wollten nicht verraten, wie viel die Entwicklung der Software gekostet hat. Sie haben das Programm in der Hoffnung veröffentlicht, dass es zu einem Industriestandard wird und damit in häufig genutzte Software-Plattformen integriert wird. Das würde Dreamworks den Einsatz der Software erleichtern, selbst wenn es damit der Konkurrenz Zugang zu einem Werkzeug von Dreamworks gewährt, erklärte das Studio-Management.
„Hüter des Lichts" ist ein Fantasy-Film über eine Bande von Kinderlegenden, darunter der Weihnachtsmann, der Osterhase und die Zahnfee. Gemeinsam bekämpfen sie den Bösewicht Boogeyman Pitch, um die Unschuld der Kinder rund um die Welt zu verteidigen. Mit der Software konnten die Spezialisten einige der spektakulären und komplexen Elemente des Films wie die Superkräfte des Sandmanns und seines Gegners Pitch umsetzen.
Der Sandy genannte Sandmann bleibt den gesamten Film über wortlos und drückt seine Gedanken und Emotionen ausschließlich über das Streuen von goldenen Sandwirbeln aus, die sich in verschiedene Formen verwandeln. An bestimmten Stellen des Films werden die Formen von Bösewicht Pitch übernommen. Er verwandelt Sandys glitzernde Träume in schwarze Alptraumgestalten.
Da die Technik bei Filmstudios wie Dreamworks zunehmend ausgefeilter wird, werden „visuelle Effekte ein integraler Bestandteil des Schauspiels eines Films", sagt Lincoln Wallen, Technik-Chef von Dreamworks.
Pixar verkauft seine Software
Es ist ungewöhnlich aber nicht beispiellos, dass Animationsstudios ihre Software verschenken. Es ist aber das erste Mal, dass Dreamworks diesen Schritt unternimmt. In einigen Fällen haben Filmstudios die Software auch verkauft. Die Animationsexperten von Walt Disneys Pixar zum Beispiel verlangen etwa 2.000 Dollar für eine Kopie der Software RenderMan. Es handelt sich dabei um eine Allzweck-Animationssoftware, deren Entwicklung Pixar vor zwei Jahrzehnten erstmals begann.
Lucasfilm und Sony Pictures Imageworks veröffentlichten vergangenes Jahr eine Open-Source-Software namens Alembic, die Animationen in verschiedenen Formaten speichern und teilen kann. Disneys „The Avengers" entstand beispielsweise mit Hilfe von Alembic.
Viele der großen Animationsstudios nutzen dagegen eigene Software, um Standard-3D-Animations-Software wie RenderMan oder die Konkurrenzsoftware Maya zu ergänzen, sagt Maija Brunett vom California Institute of Arts. Animationsstudios, berichtet Burnett, „sind sehr stark von der Technologie abhängig."
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Dreamworks OpenVDB ist „schneller und benötigt weniger Daten" als existierende Software, um amorphe Dinge wie Rauch darzustellen, sagt Yancy Lindquits, Chef der Spezialeffekte von „Hüter des Lichts".
In dem neuen Film spielen Effekte eine besondere Rolle. Die Dreamworks-Autoren erstellten für jeden Charakter eine Reihe von eigenen Spezialeffekten wie sich ausbreitende Landschaften von Eis und Schnee für Väterchen Frost und Zeitreiseportale aus Schnee für den Weihnachtsmann.
Dreamworks verschenkt nicht alles
Hätte Dreamworks die Software für sich behalten, hätte das dem Studio einen kleinen Vorteil im Wettbewerb gegeben, sagen Manager des Unternehmens. Doch Dreamworks könnte von der Veröffentlichung profitieren, weil es so zum Standard werden könnte, sagt David Prescott, der bei dem Film für die visuellen Effekte verantwortlich ist. Damit würde die Software dann in Standard-Programme integriert werden.
Das Unternehmen verfolgt jedoch nicht ausschließlich diese Strategie. „Es gibt andere Software, die wir selbst entwickelt haben, bei der wir sagen: Finger weg!", sagt Prescott.
Kontakt zum Autor: redaktion@wallstreetjournal.de







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