Von CASSELL BRYAN-LOW und NICHOLAS WINNING
LONDON—Die britische Regierung hat am Dienstag offiziell das neue syrische Oppositionsbündnis als legitime Vertretung des syrischen Volkes anerkannt in der Hoffnung auf einen baldigen Sturz von Präsident Baschar al-Assad.
Großbritannien kündigte zudem an, die Oppositionellen in Syrien mit Kommunikationsausrüstung auszustatten und ein Expertenteam in die Region zu senden. Im Gespräch ist auch medizinische Unterstützung. Anders als zuvor Frankreich forderte Großbritannien allerdings keine Aufhebung des geltenden Waffenembargos der Europäischen Union gegen Syrien.
Diese Option halte man sich weiter offen, erklärte der britische Außenminister William Hague am Dienstag im Parlament. Momentan aber „haben wir keine Entscheidung getroffen", die britische Waffenpolitik zu ändern. Nach einem Treffen mit Vertretern der neu gegründeten Oppositionsgruppe Nationale Koalition der syrischen Revolutions- und Oppositionskräfte in London bezeichnete er das Bündnis jedoch als „die einzigen legitimierten Vertreter des syrischen Volkes" und als „glaubwürdige Alternative zum Assad-Regime".
In der vergangenen Woche hatte Frankreich als erstes westliches Land die Nationale Koalition anerkannt. Zuvor hatten bereits die sechs arabischen Staaten im Golf-Kooperationsrat die syrische Oppositionsbewegung anerkannt. Die USA und die EU als Ganzes sind noch nicht so weit gegangen. Sie zweifeln daran, dass es der Gruppe gelingt, sich funktionierende Organisationsstrukturen zu geben. Zudem gibt es Bedenken, weil es sehr viele unterschiedliche Gegner des Assad-Regimes im Land gibt und die Opposition insgesamt stark zersplittert ist.
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