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IWF adelt Kanadischen und Australischen Dollar

[image] Reuters

Das Ansehen des Kanadischen Dollar, im Bild ein neuer 20-Dollar-Schein aus Polymer, und des Australischen Dollar steigt angesichts der Bedeutung der beiden Währungen für den Rohstoffhandel.

Der Kanadische und der Australische Dollar werden geadelt. Beide Währungen stehen kurz davor, vom Internationalen Währungsfonds (IWF) in den erlauchten Kreis der Reservewährungen aufgenommen zu werden. Zwar folgt der IWF damit einem gängigen Markttrend, gleichwohl dürfte die Bedeutung der Währungen laut Analysten bei der Wertschätzung unter Investoren zulegen. Sowohl der Kanadische Dollar wie auch sein australisches Pendant gehören bald zum exklusiven Klub der vertrauenswürdigsten Währungen der Welt.

Mit seiner Ankündigung reagiert der IWF auf die wachsende Bedeutung der beiden Staaten im Geflecht der Weltwirtschaft. Beide Länder zählen zu den weltweit wichtigsten Rohstofflieferanten. Auch für Devisenstratege Sebastien Galy von der Societe Generale in New York ist die Maßnahme verständlich, weil beide Währungen im Wirken der Zentralbanken seit Langem eine zentrale Rolle spielten.

Der IWF veröffentlicht vierteljährlich die Diversifizierung der globalen Devisenbestände (Composition of Foreign Exchange Reserves - COFER), die von den Zentralbanken gehalten werden. Historisch betrachtet fallen dabei bislang lediglich fünf Währungen ins Gewicht: US-Dollar, Euro, Yen, Pfund Sterling und Schweizer Franken.

Doch die jüngsten Veröffentlichungen des IWF zeigen, dass von den zehn zusätzlich aufgeführten Währungen in den Zentralbankvermögen lediglich der Kanadische und der Australische Dollar jeweils mehr als zweimal in den Bilanzen der Institute auftauchen.

Marktteilnehmer zeigen sich überrascht, dass die beiden typischerweise als Rohstoffwährungen charakterisierten Devisen nicht eine noch größere Rolle einnehmen. Schließlich gebe es eine hohe Nachfrage nach den renditestarken Rohstoffwährungen, deren Staaten zudem zu den am meisten prosperierenden Ländern zählen. "Die Daten sind wohl überholt", versucht Bill Kellett, leitender Devisenstratege bei TD Securities in Toronto, eine Erklärung für das Missverhältnis zwischen Nachfrage und Zentralbankreserven.

US-Dollar und Euro sind bei Notenbanken weniger gefragt

Viele Zentralbanken sind in jüngster Zeit dazu übergegangen, ihre Gewichtungen des Euro und des US-Dollars herunterzufahren und stattdessen stärker zu diversifizieren. Dabei spielen Kanadischer und Australischer Dollar bei den Gesamtreserven von 10,5 Billionen US-Dollar eine immer wichtigere Rolle. Die übrigen Währungen abseits der großen Fünf fallen gemessen an der Höhe der gehaltenen Positionen dagegen kaum ins Gewicht, wie die COFER-Daten zum zweiten Quartal zeigen.

Dass die Zentralbanken ihre Devisenvermögen immer stärker diversifizieren, dürfte den Kanadischen und den Australischen Dollar nachhaltig stützen. Gerade die Stärke der kanadischen Währung erklärt sich mit einer steigenden Nachfrage der Zentralbanken aus Russland, der Schweiz sowie der Nationalbanken in Asien und Lateinamerika.

Allerdings kann von einem Aufrücken der beiden Währungen auf Augenhöhe mit den etablierten großen Fünf aktuell noch keine Rede sein. Daran ändern auch die Schritte des IWF nichts, denn die beiden Aufsteigerwährungen bleiben deutlich weniger liquide als die fünf großen Reservewährungen. Ihre Bedeutung in der Weltwirtschaft steigt zwar, kommt aber nicht an die der fünf dominierenden Devisen heran. "Die Mitteilung des IWF ist sicher interessant, aber bis auf Weiteres nicht von ganz großer Bedeutung", betont Galy.

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