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Fondsmanager stellt Banker-Boni auf den Prüfstand

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Bei der US-Investmentbank Morgan Stanley wird aktuell die Gehaltsfrage gestellt.

Ein neuer Aktionär der US-Investmentbank Morgan Stanley stellt die Gehaltsfrage: Hedgefonds-Manager Daniel Loeb will von der Bank mehr Details dazu wissen, wie sie ihre Topmanager bezahlt. Er bezweifelt, dass die Höhe der Vergütung angesichts der Größe und der geringeren Komplexität der Bank im Vergleich zu Konkurrenten angebracht ist. Das berichten mit seinen Ansichten vertraute Personen.

Zwar nennt Loeb, der den Fondsanbieter Third Point leitet, keine konkreten Namen von Managern, die er für überbezahlt hält. Morgan Stanley muss sich aber wohl mehr kritische Fragen gefallen lassen. Third Point hatte am vergangenen Mittwoch erklärt, man habe eine nicht genannte Anzahl von Aktien der Investmentbank gekauft.

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In einem Brief an seine Kunden, in den das Wall Street Journal Einblick hatte, kritisiert Third Point die Gehälter der Aufsichtsräte, die höher seien als bei J.P. Morgan Chase und Citigroup, „obwohl Morgan Stanley eine deutlich kleinere und einfachere Bank ist".

Loeb will jetzt die Vergütungsregeln bei Morgan Stanley generell auf den Prüfstand stellen, auch die für den Vorstandsvorsitzenden James Gorman. 2010 und 2011 erhielten die Manager, deren Gehälter vom Unternehmen aufgelistet werden, insgesamt 130,1 Millionen US-Dollar. In den Jahren 2008 und 2009 waren es nur 50,1 Millionen, weil in der Finanzkrise kaum Boni ausgeschüttet wurden.

Morgan Stanley dürfte noch in diesem Monat die Aktienboni für die Topmanager veröffentlichen. Schon diese Woche sollen die Mitarbeiter erfahren, wie hoch ihre Boni für das Jahr 2012 sind. Einige Hinweise darauf sind auch bei der Vorstellung der Quartalszahlen am Freitag zu erwarten. Mit der Bank vertraute Personen rechnen damit, dass die Vergütung im Vergleich zum Vorjahr sinken wird.

Reuters

Hedgefonds-Manager Daniel Loeb sieht die Gehälter der Bankmanager kritisch.

Loeb hat gegenüber Vertrauten angedeutet, dass er die Vergütung in einigen Fällen für angemessen hält. Es sei ein schwieriger Balanceakt für Gorman, gleichzeitig talentierte Mitarbeiter im Unternehmen zu halten und aufsässige Aktionäre zu beschwichtigen. Loeb hält nach Angaben von einem Vertrauten etwa Morgan Stanleys Finanzchefin Ruth Porat für fair entlohnt. Im vergangenen Jahr erhielt sie 8,75 Millionen Dollar in Bargeld, Aktien und anderen verzögerten Boni. Damit liegt sie unter den Finanzvorständen der sechs größten US-Banken auf Platz vier.

In der vergangenen Woche erklärte Third Point, der Aktienkurs von Morgan Stanley könne sich „fast verdoppeln", wenn Gorman den eingeleiteten Umbau fortsetzte und eine „mutige Lösung" für das angeschlagene Geschäft mit dem Aktienhandel finde. Am Montag sank der Kurs der Aktie leicht auf 20,07 US-Dollar. Im Jahr 2000 erreicht das Papier sein Allzeithoch bei fast 90 Dollar.

Eine Sprecherin von Morgan Stanley erklärte, Gorman habe Kontakt mit Loeb aufgenommen habe ihn als neuen Anleger begrüßt. Der Vorstandschef sei „erfreut, dass Herr Loeb seine Sicht auf die künftige positive Performance von Morgan Stanley und der Aktie teilt". Third Point verwaltet ein Vermögen von etwa 10 Milliarden Dollar.

Morgan Stanley ist kleiner als viele seiner Konkurrenten in Handel, Investmentbanking und Brokergeschäft. Trotzdem ist die Bilanz komplex; in riskanten Märkten wie Derivaten oder Rohstoffen stecken hohe Positionen. Seit seinem Antritt im Jahr 2010 setzt James Gorman vor allem auf stabile Geschäftsfelder wie das Brokergeschäft für Privatkunden, während Problemsparten wie der Aktienhandel umstrukturiert werden. „Wenn wir nicht daran glauben würden, dass die Führung von Morgan Stanley diesen wichtigen Aufgaben gewachsen ist, hätten wir nicht so eine bedeutende Position übernommen", schrieb Loebs Firma ihren Kunden vergangenen Woche.

Ein möglicher Streitpunkt könnte schon bald entschärft werden: Der 72-jährige Verwaltungsrat Roy Bostock geht im Frühjahr in den Ruhestand. In dem Brief von Third Point wird Bostock, früher Chefaufseher von Yahoo, direkt angegriffen. Loeb hatte Bostock schon bei Yahoo mit seinem Hedgefonds von seinem Posten verdrängt.

Im Investmentbanking fordern einige Kritiker, das Gehalt von Michael Grimes zu senken, der 2011 schätzungsweise sechs Millionen Dollar erhielt. Der auf Tech-Unternehmen spezialisierte Starbanker hatte im vergangenen Mai am Börsengang von Facebook mitgearbeitet. Seitdem hat die Facebook-Aktie fast 20 Prozent an Wert verloren. Morgan Stanley muss fünf Millionen Dollar an die Aufseher im Bundesstaat Massachusetts zahlen, weil Grimes Analysten vor dem Börsengang beeinflusst haben soll. Weil ein Vergleich geschlossen wurde, hat das Unternehmen die Vorwürfe weder bestätigt noch dementiert.

Kontakt zum Autor: redaktion@wallstreetjournal.de

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