Von JURO OSAWA
Apple hat seine Bestellungen für Bauteile des iPhone 5 wegen einer unerwartet schwachen Nachfrage zurückgefahren. Das berichten Personen, die mit der Angelegenheit vertraut sind. Die Aufträge für Displays für das neue iPhone etwa seien für das erste Quartal auf rund die Hälfte der Menge gesunken, die das Unternehmen ursprünglich anvisiert hatte.
Auch für andere Komponenten habe Apple die Auftragsmengen verringert und die Zulieferer vergangenen Monat darüber informiert, heißt es. Die japanische Wirtschaftszeitung Nikkei hatte am Montag als erste darüber berichtet. Apple-Vertreter waren zunächst nicht für eine Stellungnahme erreichbar.
Der Schritt deutet darauf hin, dass sich das neue iPhone nicht so gut verkauft wie ursprünglich erwartet und dass die Nachfrage nachlässt. Apple trifft das in einer Situation, in der sich der Konzern zunehmendend durch Samsung Electronics und andere Smartphone-Hersteller herausgefordert sieht, deren Geräte mit dem Android-Betriebssystem von Google laufen.
Seit Apple im Jahr 2007 das erste iPhone auf den Markt gebracht hat, hat der Konzern auf dem Markt für Smartphones die Richtung vorgegeben. Inzwischen ist der Samsung-Konzern, der diverse Android-Modelle zu unterschiedlichsten Preisen anbietet, vorbeigezogen und ist jetzt nach Marktanteilen der führende Smartphone-Verkäufer der Welt. Zudem wächst die Nachfrage für günstige Geräte von chinesischen Herstellern wie Huawei Technologies.
Apple-Produkte im Wandel der Zeit
Im dritten Quartal 2012 erreichte Apple einen Anteil von 14,6 Prozent an den weltweiten Smartphone-Auslieferungen. Im Schlussquartal 2011 und im Auftaktquartal 2012 hatte der Anteil nach Daten von IDC jeweils noch bei einem Höchstwert von 23 Prozent gelegen. Samsungs Marktanteil dagegen stieg im dritten Quartal auf 31,3 Prozent. Zum Vergleich: Zwei Jahre zuvor standen die Südkoreaner lediglich für 8,8 Prozent der Verkäufe.
Samsung hatte in der vergangenen Woche für das vierte Quartal 2012 einen weiteren operativen Rekordgewinn angekündigt, womit der Konzern das beste Jahr seiner Geschichte krönen würde. Zu verdanken hat er das dem starken Absatz bei Smartphones der Galaxy-Reihe. Das Unternehmen erwartet für das Schlussquartal umgerechnet einen operativen Gewinn zwischen 8,1 und 8,5 Milliarden Dollar.
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Apple wird seine Zahlen am 23. Januar vorlegen. Das iPhone 5, das im September auf den Markt kam, zeigt sehr deutlich das Bemühen des Konzerns, seine führende Position trotz des wachsenden Wettbewerbsdrucks zu behalten. Das neue iPhone hat ein längeres, vier Zoll großes Display. Alle Vorgängermodelle mussten mit 3,5 Zoll auskommen.
Zu den Unternehmen, die die Displays für Apple fertigen, zählen Sharp und Japan Display Co. aus Japan sowie die koreanische LG Display, berichten Insider. Als das iPhone 5 herauskam, hatte es noch Sorgen gegeben, dass die Zulieferer nicht genügend produzieren könnten, um mit der Nachfrage Schritt zu halten.
Geringe Bestellungen von Apple könnten auch die Ergebnisse der Komponentenhersteller im ersten Quartal beeinträchtigen, von denen einige stark von dem US-Unternehmen abhängen. Die Tatsache, dass einige Bauteile des iPhone maßgeschneidert sind, macht es den Zulieferern schwer, kurzfristig andere Käufer dafür zu finden. Vor allem für Sharp kommt das zur Unzeit: Der Konzern ist finanziell wegen Verlusten im TV-Geschäft und schrumpfenden Barmitteln schwer angeschlagen.
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