• The Wall Street Journal

Flughäfen Düsseldorf und Hamburg wieder bestreikt

Mehr als zehntausend Flugreisende in Düsseldorf und Hamburg bleiben schon wieder auf ihren gepackten Koffen sitzen. Sie kommen nicht durch die Passagierkontrollen, da die meisten Beschäftigten der privaten Sicherheitsdienstleister im Kampf um höhere Gehälter den ganzen Tag streiken. Den Arbeitgeberverband beeindruckt das Chaos an den Flughäfen nicht, er will sein Verhandlungsangebot derzeit nicht erhöhen. Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft Verdi wird deswegen am Nachmittag entscheiden, ob sie den Arbeitskampf schon am Freitag oder erst zu einem späteren Zeitpunkt fortsetzt.

Obwohl die Gewerkschaft ihre Streiks bereits am Mittwoch angekündigt hatte, warten aktuell noch viele Passagiere in langen Schlangen an den Schaltern der beiden Flughäfen. Sie hoffen, die von den Airlines nicht abgesagten Flüge noch rechtzeitig zu erreichen. Die Chancen dafür stehen schlecht. In Hamburg arbeiten nur 10 Prozent der Passagierkontrolleure an zwei statt 20 Passagierkontrollen. Von den ursprünglich geplanten Starts und Landungen sind bereits jetzt mehr als ein Drittel gestrichen. Weitere Ausfälle dürften bis zum Betriebsschluss hinzukommen.

Lufthansa und Air Berlin haben bereits im Vorfeld viele Flüge gestrichen, vor allem innerhalb Deutschlands. Eigentlich sollten in den 179 abfliegenden Maschinen mehr als 17.000 Menschen sitzen. Wegen der eng verzahnten Flugpläne fallen aber nicht nur Starts, sondern auch Landungen aus.

In Düsseldorf sieht es nicht besser aus. Auch hier hat die Gewerkschaft Verdi die privaten Sicherheitsdienste am Flughafen Düsseldorf dazu aufgerufen, von 4 bis 24 Uhr die Arbeit niederzulegen. Ein Mitarbeiter des Flughafens in Düsseldorf bestätigte am Morgen, dass der Streik begonnen habe, konnte zunächst aber noch keine Angaben über die Zahl der zu erwartenden Flugausfälle machen.

Ende Januar war es in Düsseldorf und Köln/Bonn wegen des Streiks der Passagierkontrolleure schon einmal zu erheblichen Behinderungen gekommen. Hintergrund sind die Tarifverhandlungen für die 34.000 Beschäftigten des privaten Sicherheitsgewerbes in Nordrhein-Westfalen. Hamburg war Mitte Januar bestreikt worden. Auch hier fordert ver.di höhere Löhne.

Der Bundesverband der Sicherheitswirtschaft sträubt sich zwar nicht gegen eine Erhöhung der Gehälter für die Mitarbeiter der Luftsicherheit. Er weigert sich aber, die Löhne für alle Beschäftigten des privaten Sicherheitsgewerbes in Nordrhein-Westfalen zu erhöhen. Ver.di will die Lohnsteigerungen aber auch für andere Bereiche, wie beispielsweise Werksfeuerwehren und Wachdienste, durchsetzen und die Verhandlungen für die Sicherheitskräfte an den Flughäfen nicht abspalten. Ein Sondierungsgespräch vergangene Woche war ohne Ergebnis geblieben.

Kontakt zum Autor: kirsten.bienk@dowjones.com

Copyright 2012 Dow Jones & Company, Inc. Alle Rechte vorbehalten

Dieses Textmaterial ist ausschließlich für Ihre private, nicht kommerzielle Nutzung. Die Verbreitung und die Nutzung dieses Materials unterliegt unserem Abonnentenvertrag und ist urheberrechtlich geschützt.

Immobilienpreise

  • [image]

    So teuer ist Wohnen in deutschen Städten

    Wohnen in der Stadt wollen immer mehr junge Leute und auch Familien. Lange Anfahrtswege zur Arbeit schrecken sie ab. Die Verstädterung hat ihren Preis. Immobilien in Ballungszentren werden immer teurer.

  • [image]

    Barack Obamas große Berlin-Show

    Barack Obama war zum ersten Mal während seiner Präsidentschaft zu Gast in der deutschen Hauptstadt. Mit seiner Rede vor dem Brandenburger Tor reihte er sich in die Tradition von John F. Kennedy und Ronald Reagan ein. Wir zeigen die Bilder vom Besuch der Obamas in Berlin.

  • [image]

    Tausende Türken im regungslosen Protest

    Erdem Gündüz ist zur neuen Symbolfigur der türkischen Proteste geworden. Acht Stunden lang stand er auf dem Taksim-Platz in Istanbul – und rührte sich nicht. Im ganzen Land machen es ihm Menschen gleich.

  • [image]

    Die Welt in Bildern: 18. Juni

    Beim berühmten Pferderennen im britischen Ascot trinkt man trotz äußerer Eleganz den Sekt gern aus der Flasche, in Indien huldigen Hindus dem heiligen Fluss Ganges und in Madrid rücken die Abrissbagger in ein Elendsviertel ein. Das und mehr sehen Sie in unseren Fotos des Tages.

  • [image]

    Obama in Europa: Tanzen mit Angie, Boxen mit Wowi

    US-Präsident Barack Obama kommt viel herum - nicht nur, aber öfter in Deutschland, auch in Frankreich, Tschechien oder Großbritannien jubelt ihm die Menge zu. Wir zeigen schöne, nachdenkliche und sportliche Momente mit Obama in Europa.

  • [image]

    Spektakuläre Formen - Autos wie Skulpturen

    "Sinnlicher Stahl: Autos des Art Deco", unter diesem Titel zeigt das Frist Center for Visual Arts in Nashville, Tennessee, 19 Autos und zwei Motorräder. Die Ausstellung ist gewissermaßen eine Hommage an das im Art Déco gehaltene Gebäude: Sie zeigt Fahrzeuge in sinnlicher Strenge.

  • [image]

    Vom Holzmotorrad zum Schuhauto - die kuriosesten Fahrzeuge

    Mit Kristallen besetzte Autos oder ein Motorrad aus recycelten Fahrradteilen: Wer mit diesen Fahrzeugen unterwegs ist, zieht mit Sicherheit die Blicke auf sich. Wir zeigen, wie Menschen auf der ganzen Welt ihre fahrbaren Untersätze verschönern.

Erwähnte Unternehmen