• The Wall Street Journal

Lenovo und Panasonic präsentieren Tablets in XXL

Das iPad mini von Apple und andere Tablets mit einer Bildschirmgröße im Bereich von sieben Zoll erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Panasonic und Lenovo wollen jedoch einen anderen Weg gehen. Sie bringen Tablets heraus, deren Displays so groß sind wie die Bildschirme herkömmlicher PCs.

Auf der Consumer Electronics Show in Las Vegas präsentierte der angeschlagene japanische Elektronikkonzern Panasonic in dieser Woche ein Tablet mit einer Bildschirmgröße von 20 Zoll. Das chinesische Unternehmen Lenovo – einer der größten Hersteller von Computern weltweit – kündigte sogar ein Tablet mit 27 Zoll an. Das soll von mehreren Personen gleichzeitig genutzt werden können, zum Beispiel zum Spielen eines gemeinsamen Videospiels.

AP

Joe Taylor, Panasonic-Chef für Nordamerika, zeigt Lisa Ling am Dienstag ein 20-Zoll-Tablet.

Beide Produkte laufen mit Microsofts neuem Betriebssystem Windows 8. Sie stehen Pate für die Versuche kleinerer Herausforderer, auf dem schnell wachsenden Tablet-Markt Fuß zu fassen. Um Präsenz zu zeigen, versucht man sich mit der Besetzung von Nischen. Schließlich fragen die Kunden in jüngster Zeit verstärkt die kleineren Modelle nach. Doch da dominieren noch andere Firmen.

Apple, das den Markt mit seinem 9,7 Zoll großen iPad erst geschaffen und später dominiert hatte, brachte im November ein iPad mini mit einer Bildschirmgröße von 7,9 Zoll auf den Markt. Innovationen sind wichtig, wird doch die Konkurrenz durch Produkte wie Samsungs Galaxy Tablets, Amazons Kindle Fire und die verschiedenen anderen Geräte mit Googles Android-Betriebssystem immer größer.

Analysten erwarten, dass der Tablet-Markt weiter wächst. In seiner jüngsten Marktausschau sagte die Marktforschungsfirma IDC für 2012 weltweite Absatzzahlen von 122,3 Millionen Geräten voraus. 2013 werden es voraussichtlich 172,4 Millionen sein, 2016 schon 282,7 Millionen. Die Beliebtheit kleinerer und günstigerer Tablets wie dem iPad mini und dem Kindle Fire treibt das Marktwachstum weiter an.

Doch auch es weiter nach oben geht: Es ist unsicher, wie viel Potenzial größere Tablet-Varianten wie die Modelle von Panasonic und Lenovo haben werden. Panasonic hofft, dass man das 20 Zoll große Gerät, das bisher noch keinen Namen hat, schon in diesem Jahr auf den Markt bringen kann. Der Tablet-PC wiegt 2,4 Kilogramm und verfügt über ein Display, das eine viermal so große Auflösung hat wie herkömmliche Full-HD-Bildschirme. Wie das Unternehmen mitteilte, kann man darauf ein A3-Dokument fast in Originalgröße betrachten.

Das Gerät richtet sich nicht in erster Linie an Normalverbraucher. Stattdessen soll es vor allem Zeitschriften-Redakteure, Designer, Architekten, Ingenieure und zahlreiche andere Geschäftskunden ansprechen, die für ihre Arbeit auf große, hochauflösende Geräte angewiesen sind.

Panasonic hat sich noch nicht entschieden, wann genau das Gerät herauskommen soll. Auch ist unklar, wie viel es kosten wird. Doch das hochauflösende Display deutet drauf hin, dass es nicht günstig wird.

Die spannendsten Gadgets der CES

Associated Press

Das Gerät erblickt das Licht der Welt zu einem Zeitpunkt, da Panasonic damit kämpft, sein Geschäft wieder profitabel zu machen. Weil der Markt für Normalverbraucher umkämpft ist, sorgt der Preiskampf für geringe Gewinnspannen. Aus diesem Grund sucht das Unternehmen sein Glück in Alternativen.

Auch Lenovo hat mit Problemen zu kämpfen. Der Konzern übernahm 2005 das Computer-Geschäft von IBM . Heute versucht er, immer mehr Tablets und Smartphones zu verkaufen. Obwohl Lenovos Computer-Geschäft profitabel ist, steht das Unternehmen unter Druck. Es muss sich breiter aufstellen, weil das potenzielle Wachstum mit PCs und Notebooks überschaubar ist. Im Vergleich dazu explodieren die Zahlen bei mobilen Geräten.

Lenovos 27 Zoll großen IdeaCentre Horizon Tablet PC können mehrere Menschen gemeinsam nutzen. Das Gerät ähnelt einer digitalen Tischplatte. Auf der CES in Las Vegas will das Unternehmen in dieser Woche auch noch ein größeres Tablet mit 39 Zoll Bilddiagonale vorstellen. „Wir wollen die Arbeit am Computer zwischenmenschlicher gestalten", sagt ein Sprecher von Lenovo. Das 27-Zoll-Tablet soll im Sommer in den Handel kommen und sich an unterschiedliche Abnehmer richten. Neben Schulen und Unternehmen will das Unternehmen auch gewöhnliche Verbraucher als Kunden gewinnen.

Kontakt zum Autor: redaktion@wallstreetjournal.de

Copyright 2012 Dow Jones & Company, Inc. Alle Rechte vorbehalten

Dieses Textmaterial ist ausschließlich für Ihre private, nicht kommerzielle Nutzung. Die Verbreitung und die Nutzung dieses Materials unterliegt unserem Abonnentenvertrag und ist urheberrechtlich geschützt.

Panorama

  • [image]

    Die Welt in Bildern: 19. Mai

    In Brasilien puderten sich Läufer mit Farbstaub ein, auf Sylt rangelten Reiter bei der Strandpolo-Weltmeisterschaft und beim Filmfestival in Cannes zupften Schauspieler ihre schwarzen Fliegen zurecht. Das und mehr waren die Foto-Highlights vom Wochenende - sehen Sie selbst!

  • [image]

    Otto – ein deutsches Einkaufsimperium

    Die Otto Gruppe besteht nicht nur aus dem gleichnamigen Versand. Gegründet 1946, ist Otto heute in mehr als 20 Ländern aktiv - mit 123 Konzerngesellschaften wie SportScheck, Manufactum, Mirapodo oder Hermes. Überrascht? Wir zeigen, was noch alles zum Imperium gehört.

  • [image]

    Die Welt in Bildern: 17. Mai

    Diesmal in den Bildern des Tages: Verhüllte Künstler in Hongkong, Vögel zählende Ranger in England, glückliche Studenten aus Maryland und mehr.

  • [image]

    Die neue S-Klasse

    Vor 62 Jahren fing alles mit dem Mercedes 220 an, dem Urahnen der heutigen S-Klasse. Daimler hat in Hamburg die zehnte Generation seiner Oberklasselimousine vorgestellt und sie soll Mercedes wieder auf den Thron der Luxusfahrzeuge bringen - unter anderem mit Parfum und Hot-Stone-Massageeffekt.

  • [image]

    Wie Weltraumbarde Chris Hadfield die Erde sieht

    150 Tage verbrachte der kanadische Astronaut Chris Hadfield auf der Internationalen Raumstation ISS. Wir zeigen wunderschöne Fotos aus dem All, die der Kanadier mit liebevollen Kommentaren getwittert hat.

  • [image]

    Argentiniens versunkene Stadt taucht wieder auf

    Eine kleine Stadt in der Nähe von Buenos Aires versank nach einem Dammbruch vor 27 Jahren im Meer. Mehr als ein Vierteljahrhundert später erblickt die argentinische Geisterstadt Epecuén wieder das Licht.

Erwähnte Unternehmen