Von STELIOS BOURAS und PHILIP PANGALOS
ATHEN – Jetzt ist es offiziell: Griechenland kann Schulden von privaten Gläubigern zurückkaufen - und zwar im Wert von 31,9 Milliarden Euro. Die Regierung zahlt für die Anleihen im Schnitt 33,8 Prozent. So fallen für den Rückkauf 11,29 Milliarden Euro an. Damit können rund 20 Milliarden Euro an Schulden getilgt werden.
Der Rückkauf ist das Kernstück eines Plans, den die Griechen im vergangenen Monat mit der Eurozone und dem Internationalen Währungsfonds ausgehandelt haben. Allerdings zahlt Griechenland für seine Staatsanleihen mehr, als es die internationalen Kreditgeber geplant hatten.
Die Finanzminister hatten veranschlagt, dass Griechenland 10 Milliarden Euro für den Rückkauf braucht. Jetzt muss Griechenland bei seinen öffentlichen Gläubigern um weitere Finanzmittel bitten. Der Schuldenrückkauf ist ein Kernstück für die Fortsetzung des internationalen Kreditprogramms.
Schon am Dienstagabend war der ungefähre Betrag bekannt geworden, den Griechenland für die Schulden zahlen muss. Ein Vertreter der griechischen Regierung sagte daraufhin, die Eurogruppe werde beraten, ob das Land das nötige Geld bekommt. Nach einem Telefongespräch der Finanzminister der Eurozone am Dienstagabend wurde diesbezüglich noch keine Entscheidung getroffen. Die Minister treffen sich am Donnerstag in Brüssel.
Der Schuldenrückkauf ist Teil eines Plans, mit dem Griechenland seine Schuldenlage langfristig so verbessern will, dass das Land seine Verbindlichkeiten selbst tragen kann. Dazu soll der Schuldenstand bis 2022 auf 124 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung reduziert werden.
Nur unter dieser Voraussetzung sind die internationalen Kreditgeber bereit, das Land zunächst weiter zu finanzieren und zusätzlichen Entlastungen, wie Zinssenkungen und längeren Rückzahlungsfristen, zuzustimmen.
Davon hängt ab, ob das Land die nächste Tranche eines größeren Kreditprogramms von EU-Kommission und Internationalem Währungsfonds erhält. Die Regierung benötigt das dringend, um offene Rechnungen und Gehälter zu bezahlen.
—Mitarbeit: Hans Bentzien und Matthew DaltonKontakt zu den Autoren: redaktion@wallstreetjournal.de



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