Von HANS BENTZIEN
Griechenland verlängert sein Angebot zum Rückkauf von Staatsanleihen um zwei Tage. Wie die Regierung mitteilte, wird sie Anleihen bis zum 11. Dezember um 13 Uhr deutscher Zeit zurücknehmen. Ursprünglich war die Rücknahmefrist am Freitag abgelaufen. Nach Angaben informierter Personen hat die Regierung jedoch nicht wie erhofft Papiere für 30, sondern nur 26 bis 28 Milliarden Euro erhalten. Vor diesem Hintergrund war mit einem neuen Angebot gerechnet worden. Griechenland will seine eigenen Anleihen deutlich unter Nominalwert zurückkaufen, um seine Verschuldung zu verringern. Das ist eine Voraussetzung für eine Fortsetzung des internationalen Kreditprogramms.
Zuvor hatten mit der Sachlage vertraute Personen gewarnt, dass Griechenland statt der geplanten 30 nur 26 bis 28 Milliarden Euro habe zurückkaufen können. Der griechische Ministerpräsident Antonis Samaras hatte nach einem Treffen mit dem Bayerischen Landeschef Horst Seehofer am Sonntagabend noch beschwichtigt, der Rückkauf sei "gut gelaufen".
Möglicherweise müssen nun die Banken einspringen. Die hatten angeboten, die von ihnen gehaltenen Staatsanleihen wenn nötig vollständig abzutreten, falls es ansonsten zu wenig Interesse geben sollte. Die allesamt in den Prozess involvierten vier großen griechischen Geldhäuser halten nach Angaben von Insidern immer noch 4 bis 5 Milliarden an griechischen Schulden - und damit genug, um die Lücke nötigenfalls zu schließen.
Die Regierung hatte 10 Milliarden Euro angeboten, um die Staatsschulden zurückzukaufen. Der angebotene Maximalpreis liegt zwischen 32,2 Prozent und 40,1 Prozent vom Nominalwert. Athen will mit den 10 Milliarden Euro also 30 Milliarden Euro an Anleihen kaufen - und wäre so 20 Milliarden Euro Schulden los.
Athen hofft, etwa die Hälfte der 63 Milliarden Euro Schulden zu tilgen, die das Land privaten Gläubigern schuldet. Das ist eine Voraussetzung dafür, dass die europäischen und internationalen Gläubiger dem Land neues Geld leihen. Der Rückkauf muss am 12. Dezember abgeschlossen sein - einen Tag bevor Europas Finanzminister entscheiden, ob sie die Hilfen freigeben.
—Mitarbeit: Ursula Quass, Alkman Granitsas und Costas ParisKontakt zum Autor: redaktion@wallstreetjournal.de





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