• The Wall Street Journal

Deutsche Bank malt schwarz für den Gewinn

Die Deutsche Bank liefert weiter schlechte Nachrichten. Einen Tag nach der Großrazzia wegen möglichen Steuerbetrugs überraschte das Institut die Märkte mit einer Gewinnwarnung. Im Schlussquartal erwartet die Bank "signifikant negative" Effekte.

Die Sonderbelastungen dürften im vierten Quartal einen großen Teil des Gewinns der Deutschen Bank auffressen. Ein Großteil der Kosten geht auf den Umbau der Bank und die Integration der Postbank zurück. Aber auch die geplanten Schließungen und Stellenstreichungen in den Niederlanden belasten die Bank merklich. Zudem gibt es negative Effekte aus dem Abbau von Risikopositionen sowie durch Wertanpassungen von bestimmten Vermögenswerten.

Michael Probst/dapd

Für Jürgen Fitschen (links) und Anshu Jain läuft es alles andere als rund: Im vierten Quartal droht der Doppelspitze der Deutschen Bank ein Gewinneinbruch.

Aber auch das schwierige Marktumfeld macht der Deutschen Bank das Leben schwer: Das vierte Quartal sei bislang von einem "anhaltend schwierigen makroökonomischen Umfeld geprägt, verbunden mit geringer Volatilität und der üblichen saisonalen Abkühlung", hieß es. Dennoch habe die Bank im Oktober und November „solide operative Ergebnisse in allen Kerngeschäftsfeldern" erreicht.

Die Bank bestätigte ihr Ziel, die risikogewichteten Aktiva in der hausinternen Bad Bank zum Ende des ersten Quartals von rund 130 auf 90 Milliarden Euro zu senken. Die für das Regelwerk Basel III wichtige Kernkapitalquote soll Ende des Jahres wie vorgesehen bei 7,2 Prozent liegen und bis Ende März auf mindestens 8 Prozent steigen.

Die Aktie der Deutschen Bank reagierte mit deutlichen Verlusten auf die Ankündigungen. Hatte sie vor der Mitteilung noch knapp im Plus gelegen, rutschte das Papier anschließend rund drei Prozent ins Minus auf 33,25 Euro. Zuletzt stabilisierte sich die Aktie bei 33,68 Euro, ein Abschlag von 1,7 Prozent.

Neben den hausgemachten Problemen belasten die Deutsche Bank auch die Pläne in den USA, ausländische Banken zur Einhaltung der so genannten Dodd-Frank-Finanzreformen zu zwingen. Dies könnte einen „signifikanten Einfluss" auf die Deutsche Bank haben, sagte Finanzvorstand Stefan Krause bei einer Analystenpräsentation.

Ausländische Banken mit großen US-Niederlassungen sollen nach dem Willen der amerikanischen Notenbank ihre dortigen Zweigstellen nach den neusten Bankregeln in ihre Konzernstruktur eingliedern. Das kann für Institute wie die Deutsche Bank sehr teuer werden. Für eine konkrete Prognose sei es aber zu früh, erklärte Krause. Dafür gebe es noch zu wenige Details.

Beobachter rechnen damit, dass die Deutsche Bank und die britische Barclays kostspielige Änderungen in ihrer Konzernstruktur treffen müssen. Beide Institute hatten im Jahr 2010 versucht, mit einem geschickten Umbau ihrer Geschäfte die US-Regeln zu umgehen. Das Wall Street Journal hatte den Fall damals aufgedeckt.

Die Dodd-Frank-Reform hatte eigentlich ein Schlupfloch gestopft und ausländische Banken verpflichtet, für ihre US-Töchter genauso viel Kapital vorzuhalten wie amerikanische Banken. Mit ihrem Vorgehen aber war es der Deutschen Bank und der Barclays gelungen, Milliardenzahlungen an ihre US-Töchter zu vermeiden.

Kontakt zum Autor: Madeleine.Nissen@wsj.com

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