Von KIRSTEN BIËNK und MATTHIAS GOLDSCHMIDT
Die Deutsche Bahn setzt auf Kontinuität. Rüdiger Grube soll den Staatskonzern bis Ende 2017 führen. Der 61-Jährige leitet den Mobilitäts- und Logistikkonzern mit seinen weltweit 300.000 Beschäftigten bereits seit dem 1. Mai 2009. Der Aufsichtsrat stimmte jetzt für die Verlängerung seines Vertrages.
Grube zieht das Unternehmen „auf dem richtigen Weg, aber noch lange nicht am Ziel". Ende November wurde bereits in Medien darüber spekuliert, dass der Vertrag von Grube überraschend vorzeitig verlängert werden soll. Grubes bisheriger Vertrag wäre erst Ende 2014 ausgelaufen, hieß es. Die frühzeitige Festlegung wurde als Vertrauensbeweis der Bundesregierung gewertet.
Grube hat das Amt als Bahnchef am 1. Mai 2009 von Hartmut Mehdorn übernommen. Dieser war über eine Datenaffäre gestolpert. Grube griff direkt durch und tauschte fast den kompletten Vorstand aus. Er schrieb sich auf die Fahnen, das Image der Bahn, die Technik- und Servicequalität zu verbessern. Gleichzeitig legte er der Bahn, die damals noch mit der Finanzkrise zu kämpfen hatten, ein Spar- und Effizienzprogramm auf.
Besonders viel Wert legt der Ingenieur, der vor seinem Posten bei der Bahn im Vorstand von Daimler saß, auf Qualität und Sicherheit. Nach einem Zwischenfall auf dem Kölner Hauptbahnhof 2009 nahm er die Zulieferer ins Visier: „Es kann nicht sein, dass wir Produkte geliefert bekommen, die technisch nicht okay sind", sagte er damals in Richtung Siemens, Bombardier und Alstom .
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Die Technik ist ein Dauerthema bei der Bahn. Vor einigen Wochen wurde bekannt, dass Siemens die Auslieferung der neuen ICE-3-Züge erneut wegen technischer Probleme verschoben hat. Die Beziehungen zwischen den beiden Aushängeschildern der deutschen Unternehmenslandschaft sind seitdem auf dem Tiefpunkt.
mit einer anderen Baustelle hat Grube zu kämpfen - Stuttgart 21. Am Mittwoch war bekannt geworden, dass das umstrittene Bahnhofsprojekt rund 1 Milliarde Euro mehr kosten wird als geplant. Die Mehrkosten wird die Bahn schultern.
Grube gibt sich anders als sein Vorgänger diplomatisch. Ihm wird ein gutes Verhältnis zu Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer nachgesagt. Die vorzeitige Vertragsverlängerung ist auch als Vertrauensbeweis insbesondere der Bundesregierung zu werten.
Kontakt zu den Autoren: kirsten.bienk@dowjones.com und matthias.goldschmidt@dowjones.com






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