• The Wall Street Journal

Schoko-Gigant Barry Callebaut kauft zu

SINGAPUR - Der weltgrößte Schokoladenfabrikant Barry Callebaut stärkt mit einer Großübernahme sein Kakaoverarbeitungsgeschäft und baut seine Präsenz in den wachsenden südostasiatischen Märkten aus. Die Schweizer kaufen der an der Börse Singapur gelisteten Petra Foods die Sparte Cocoa Ingredients ab. Barry Callebaut zahlt dem wichtigsten Zulieferer von Kakaoprodukten in Asien dafür 950 Millionen US-Dollar.

Barry Callebaut verkauft Schokolade, Kakaoprodukte, Karamel und andere Erzeugnisse an Chocolatiers, Konditoren und die Nahrungsmittelindustrie. Mit der Übernahme erhalten die Schweizer Zugriff auf Fabriken von Petra Foods in Malaysia, Indonesien, Thailand, Brasilien, Mexiko, Deutschland und Frankreich.

Der wachsende Konsum in Südostasien zieht viele Unternehmen in die Region. Im November hatte der niederländische Brauereikonzern Heineken die Übernahme der Asia Pacific Breweries in einem 6 Milliarden Dollar schweren Deal abgeschlossen. Und um das malaysische Konglomerat Fraser & Neave tobt derzeit ein Übernahmekampf.

Zahlen belegen das Wachstum in der Region Südostasien. Der Verbrauchermarkt wächst nach Zahlen des Datendienstleisters Euromonitor jährlich um 7,9 Prozent. 2016 wird der Markt ein Volumen von über 400 Milliarden Dollar haben.

Barry Callebaut steigert mit der Petra-Übernahme ihr Umsatzwachstum in den schnell wachsenden Schwellenmärkten um 65 Prozent, hauptsächlich in Asien und Lateinamerika. Die Schwellenmärkte machen bei den Schweizern damit fast ein Drittel des Gesamtumsatzes aus.

Verwaltungsratschef Andreas Jacobs sagte, die Transaktion werde den Konzern in seiner Expansionsstrategie unterstützen, außerdem würden "zusätzliche Chancen mit Outsourcing- und Partnerschaftsvereinbarungen sowie im Gourmetgeschäft" ergriffen. Die Transaktion soll mit einem Überbrückungskredit finanziert werden. Dieser soll innerhalb von zwölf Monaten durch die Emission einer Kombination aus Eigenkapital und Schulden ersetzt werden. Der Zukauf werde von der Barry-Callebaut-Großaktionärin Jacobs Holding "vollumfänglich" gestützt.

Petra Foods zählt viele bekannte Nahrungsmittelkonzerne zu ihren Kunden. Darunter sind Nestle, Cadbury, Mars und auch Barry Callebaut selbst. Die Übernahme des Kakaogeschäfts unterliegt der Zustimmung der Behörden sowie der Petra-Aktionäre und soll Mitte kommenden Jahres abgeschlossen werden.

Kontakt zum Autor: redaktion@wallstreetjournal.de

Copyright 2012 Dow Jones & Company, Inc. Alle Rechte vorbehalten

Dieses Textmaterial ist ausschließlich für Ihre private, nicht kommerzielle Nutzung. Die Verbreitung und die Nutzung dieses Materials unterliegt unserem Abonnentenvertrag und ist urheberrechtlich geschützt.

Panorama

  • [image]

    Die Welt in Bildern: 20. Mai

    In China explodiert eine Straßenüberführung, in Indien wütet eine Hitzewelle und in Israel kommt eine Geisel frei. Das und mehr sehen Sie in unseren aktuellen Fotos des Tages.

  • [image]

    Die Krise erreicht die Stierkampf-Arena

    Die Jahrhunderte alte spanische Stierkampf-Tradition steht vor dem Aus. Regionaler Nationalismus und Tierschützer setzen ihr schon seit Jahren zu. Die Rezession droht dem blutigen Spektakel aber den Gnadenstoß zu versetzen.

  • [image]

    Otto – ein deutsches Einkaufsimperium

    Die Otto Gruppe besteht nicht nur aus dem gleichnamigen Versand. Gegründet 1946, ist Otto heute in mehr als 20 Ländern aktiv - mit 123 Konzerngesellschaften wie SportScheck, Manufactum, Mirapodo oder Hermes. Überrascht? Wir zeigen, was noch alles zum Imperium gehört.

  • [image]

    Die SPD und ihre Gesichter

    In diesem Jahr feiert die SPD ihr 150 jähriges Bestehen. In der Geschichte der Bundesrepublik und des vereinigten Deutschlands hat sie die Politik entscheidend mitgeprägt. Wir zeigen einige der wichtigsten Politiker der altehrwürdigen Partei.

  • [image]

    Argentiniens versunkene Stadt taucht wieder auf

    Eine kleine Stadt in der Nähe von Buenos Aires versank nach einem Dammbruch vor 27 Jahren im Meer. Mehr als ein Vierteljahrhundert später erblickt die argentinische Geisterstadt Epecuén wieder das Licht.