• The Wall Street Journal

Großrazzia bei der Deutschen Bank

Alex Domanski/dapd

Einsatzfahrzeuge der Polizei stehen am Mittwoch vor dem Hauptgebäude der Deutschen Bank in Frankfurt am Main.

FRANKFURT – Die Deutsche Bank kommt nicht zur Ruhe. Nach Vorwürfen der Bilanzfälschung und Zins-Manipulationen, ist die Bank mit neuen Untersuchungen wegen schweren Steuerbetrugs und Geldwäsche konfrontiert. Derzeit durchsuchen Steuerfahnder und Kriminalbeamte die Geschäftsräume der Bank. Hintergrund sind die seit dem Frühjahr 2010 laufenden Ermittlungen wegen des Vorwurfs des Steuerbetrugs beim Handel mit CO2-Emissionszertifikaten, wie die Bank am Mittwoch bestätigte. „Die Deutsche Bank kooperiert weiter vollumfänglich mit den Behörden", hieß es weiter in einer kurzen Stellungnahme.

Gegen die Bank wird wegen Beihilfe ermittelt: Mitarbeiter sollen Kunden Bescheinigungen ausgestellt haben, die missbraucht wurden, um vom Staat mehr Steuern erstattet zu bekommen als den Kunden eigentlich zustand. Bei der Klageschrift im Jahr 2010 ging es um rund 230 Millionen Euro. Fünf involvierte Mitarbeiter der Bank haben informierten Personen zufolge die Bank bereits verlassen; einige arbeiten nach wie vor für das Institut.

Die Ermittlungen richten sich gegen insgesamt 25 Mitarbeiter der Bank. Es besteht der Verdacht, dass den Ermittlungsbehörden von Mitarbeitern der Bank Beweismittel vorenthalten und Geldwäscheverdachtsanzeigen nicht erstattet wurden, erklärte die Generalstaatsanwaltschaft. Gegen fünf Beschuldigte ergingen Haftbefehle wegen des Verdachts der Geldwäsche oder versuchter Strafvereitelung. An dem bundesweiten Einsatz waren 500 Beamte unter Leitung der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main beteiligt.

Kontakt zum Autor: Madeleine.Nissen@wsj.com

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