• The Wall Street Journal

Apples Fernsehpläne nehmen Gestalt an

Apples Fernsehpläne werden offenbar konkreter. Der US-Technologiekonzern arbeite mit Zulieferern in Asien zusammen, um verschiedene Designs für Fernsehgeräte zu testen, sagten mit der Sache vertraute Personen. Dabei gehe es vor allem um Designideen für ein großformatiges Gerät mit hochauflösendem Bildschirm, sagten Vertreter von Zulieferern, die nicht namentlich genannt werden wollten.

Unter anderem habe der als Foxconn bekannte Apple-Partner Hon Hai Precision Industry Co, der bereits das iPhone und den iPad montiert, mit der japanischen Sharp Corp an dem Design für den Apple-TV gearbeitet. "Es ist noch kein offizielles Projekt. Es ist noch in der frühen Testphase", sagte eine der Personen.

Schon der verstorbene Apple-Gründer Steve Jobs hegte Pläne für einen neuen Fernseher, der zum Beispiel über Smartphones gesteuert werden könnte. Viele Marktbeobachter hatten schon zu Jahresbeginn damit gerechnet, dass der Konzern aus dem kalifornischen Cupertino mit einem eigenen Apple-TV in diesem oder im nächsten Jahr den Vorstoß ins Wohnzimmer wagen könnte.

Apple, wo regelmäßig gemeinsam mit Zulieferern an neuen Designs gearbeitet wird, soll schon seit einigen Jahren verschiedene TV-Prototypen getestet haben. Der Konzern entwickelt und testet Produkte normalerweise zuerst intern, ehe externe Zulieferer einbezogen werden.

Apples Innovationen

Auch Wettbewerber wie Google tummeln sich derzeit im Fernsehmarkt, so etwa mit der Entwicklung von Software für TVs und Set-Top-Boxen. Darunter versteht man Geräte, die an einen Fernseher angeschlossen werden und zusätzliche Nutzungsmöglichkeiten bieten sollen - beispielsweise Videospiele oder das Anschauen von DVDs. Bislang hat aber noch kein Angebot wirklich Zugkraft entwickelt.

Sollte Apple jetzt tatsächlich auf den TV-Markt vorstoßen, dürfte das den Wettbewerb des Technologieriesen mit einigen seiner größten Zulieferer verschärfen, so etwa mit Samsung Electronics . Der Südkoreanische Konzern, mit dem sich Apple gleichzeitig um mehrere Patente streitet, liefert wichtige Komponenten an Apple und ist zudem der nach Verkaufszahlen weltgrößte TV-Hersteller.

Die Kunden binden

Laut Goldman Sachs wollen die Konzerne durch die Entwicklung von neuen Fernsehern vor allem eine höhere Kundenbindung erzielen. "Obgleich der Kampf an dieser Front erst beginnt, sehen wir darin das Potenzial, dass entweder derzeitige Gewinner wie Apple weiter etabliert werden oder der Markt wieder einmal vollständig erschüttert wird", schrieben Analysten der Investmentbank in einer Studie.

Noch aber ist der Ausgang des Rennens um ein neues Fernseherlebnis ziemlich offen. Apple könnte sich immer noch dazu entschließen, das Projekt Apple-TV wieder zu den Akten zu legen. Wie ein großformatiges Fernsehgerät in die Gesamtstrategie des Konzerns passen soll, der eigentlich das Fernsehen an sich neu erfinden möchte, ist sowieso unklar.

Jobs Nachfolger an der Konzernspitze, Tim Cook, hatte erst jüngst angedeutet, Apples Interesse am Fernsehen sei inzwischen mehr als ein "Hobby". Er verglich das Einschalten seines jetzigen TV-Gerätes damit, in der Zeit "20 bis 30 Jahre" zurückzugehen.

Kontakt zum Autor: redaktion@wallstreetjournal.de

Copyright 2012 Dow Jones & Company, Inc. Alle Rechte vorbehalten

Dieses Textmaterial ist ausschließlich für Ihre private, nicht kommerzielle Nutzung. Die Verbreitung und die Nutzung dieses Materials unterliegt unserem Abonnentenvertrag und ist urheberrechtlich geschützt.

Panorama

  • [image]

    Die Welt in Bildern: 17. Mai

    Diesmal in den Bildern des Tages: Verhüllte Künstler in Hongkong, Vögel zählende Ranger in England, glückliche Studenten aus Maryland und mehr.

  • [image]

    Die neue S-Klasse

    Vor 62 Jahren fing alles mit dem Mercedes 220 an, dem Urahnen der heutigen S-Klasse. Daimler hat in Hamburg die zehnte Generation seiner Oberklasselimousine vorgestellt und sie soll Mercedes wieder auf den Thron der Luxusfahrzeuge bringen - unter anderem mit Parfum und Hot-Stone-Massageeffekt.

  • [image]

    Wie Weltraumbarde Chris Hadfield die Erde sieht

    150 Tage verbrachte der kanadische Astronaut Chris Hadfield auf der Internationalen Raumstation ISS. Wir zeigen wunderschöne Fotos aus dem All, die der Kanadier mit liebevollen Kommentaren getwittert hat.

  • [image]

    Argentiniens versunkene Stadt taucht wieder auf

    Eine kleine Stadt in der Nähe von Buenos Aires versank nach einem Dammbruch vor 27 Jahren im Meer. Mehr als ein Vierteljahrhundert später erblickt die argentinische Geisterstadt Epecuén wieder das Licht.

Erwähnte Unternehmen