• The Wall Street Journal

Hapag-Lloyd befürchtet schwaches viertes Quartal

Die Hamburger Reederei Hapag-Lloyd bleibt in einem schwierigen Fahrwasser. Die Schuldenkrise in den südeuropäischen Ländern lähmt die Kauflust der Konsumenten. Handel und Industrie füllen ihre Lager deswegen nicht auf, sondern reduzieren ihre Bestände. So kommen in den kommenden Monaten weniger Waren mit dem Schiff von Fernost nach Europa.

Dieser Trend zeichnete sich bereits im dritten Quartal ab. Das Weihnachtsgeschäft, das ansonsten schon von Juli bis Ende September für volle Container sorgt, blieb für Hapag-Lloyd weiterhin aus. Dies hatte zwei Nachteile für die Reederei. Zum einen verhinderte es im dritten Quartal höhere Umsätze und Gewinne. Zum anderen setzte die Reederei bei ihren Kunden für die kommenden Monate keine weiteren Preissteigerungen durch. Der Wettbewerb war zu groß, andere Reeder boten Transportraum zu günstigeren Preisen an.

dapd

Die Reederei Hapag-Lloyd profitierte im dritten Quartal noch von den Preiserhöhungen, die im ersten Quartal angekündigt worden waren.

Trotz dieser konjunkturellen Einschränkungen und anhaltend hohen Treibstoffkosten zeigte sich der Vorstand auch zufrieden. Das Unternehmen profitierte nämlich im dritten Quartal noch von den Preiserhöhungen, die bereits im ersten Quartal angekündigt worden waren. Höhere Frachtraten wirken sich üblicherweise erst mit einer Verzögerung von ein paar Monaten aus, da Schiffstransporte meistens sehr lange im Voraus gebucht werden.

Im dritten Quartal stiegen die Preise im Vergleich zum Vorjahr durchschnittlich um acht Prozent und ließen den Umsatz um 15 Prozent auf knapp 1,8 Milliarden Euro steigen. Das Transportvolumen verringerte sich wegen der schleppenden Nachfrage allerdings um 4 Prozent. Von der Verdoppelung des bereinigten Betriebsergebnisses auf 87 Millionen Euro blieb unter dem Strich noch ein Gewinn von knapp 46 Millionen Euro, das waren 36 Millionen Euro mehr als im Vorjahr.

Im laufenden Jahr strebt das Management unverändert ein positives operatives Ergebnis an. In den ersten Monaten des Jahres hatte Deutschlands größte Reederei wie viele ihrer internationalen Wettbewerber noch unter einem ruinösen Preiskampf der beiden Branchenriesen Maersk und MSC gelitten. Preiserhöhungen, die wegen der hohen Treibstoffkosten nötig gewesen wären, konnten damals nicht durchgesetzt werden. Hohe Verluste waren die Folge. Mittlerweile ist der Preiskampf beendet. Die meisten Reeder trachten wieder nach kostendeckenden Preisen.

Hapag-Lloyd gehört mehrheitlich einem Konsortium um den Industriellen Klaus-Michael Kühne und der Stadt Hamburg. TUI hält noch 22 Prozent der Anteile. Der Reiseriese plant seit geraumer Zeit den vollständigen Ausstieg aus dem Containergeschäft und will seine Beteiligung entweder an die Börse bringen oder an einen Dritten verkaufen.

Kontakt zum Autor: kirsten.bienk@dowjones.com

Copyright 2012 Dow Jones & Company, Inc. Alle Rechte vorbehalten

Dieses Textmaterial ist ausschließlich für Ihre private, nicht kommerzielle Nutzung. Die Verbreitung und die Nutzung dieses Materials unterliegt unserem Abonnentenvertrag und ist urheberrechtlich geschützt.

Haus der Woche

  • [image]

    Diese Villa ist die teuerste Immobilie der USA

    20 Hektar Fläche, dazu ein kilometerlanger eigener Strand und zwei Inseln obendrauf: Dieses opulente Anwesen in Connecticut ist die derzeit teuerste Immobilie in den USA, die zum Verkauf steht. Und das hat seine Gründe.

  • [image]

    Das sind die beliebtesten Länder der Welt

    Deutschland ist nach einer Umfrage des britischen Senders BBC das beliebteste Land der Welt. Allerdings geht es nicht darum, wo es sich am besten leben lässt, sondern welche Nation den besten Einfluss hat.

  • [image]

    Die Welt in Bildern: 23. Mai

    Haben Sie das Wetter gerade satt? Menschen weltweit geht es genauso: In England hagelt es, in Nepal und Norwegen gießt es in Strömen, in den USA stürmt und blitzt es und in Indien schwitzen sogar die Gänse. Schauen Sie nach in unseren Fotos des Tages!

  • [image]

    Tornados hinterlassen einen Pfad der Zerstörung

    Mit enormer Wucht haben Tornados in der Nacht zu Dienstag Städte und Dörfer im US-Bundesstaat Oklahoma getroffen, darunter auch eine Grundschule. Jetzt beginnen die Aufräumarbeiten. Dabei wird das enorme Ausmaß der Naturkatastrophe deutlich.

  • [image]

    Im Luxusreich der Teenager

    Damit sich ihre Kinder gern zu Hause aufhalten, lassen wohlhabende Eltern für sie luxuriöse Wohnbereiche mit Karaokeanlagen, Billardtischen und riesigen Computern gestalten. Einige treiben es dabei auf die Spitze.

Erwähnte Unternehmen