• The Wall Street Journal

Bundesweite Razzia gegen UBS-Kunden

Steuerfahnder suchen derzeit deutschlandweit bei Kunden der Schweizer Großbank UBS nach Beweisen dafür, dass sie Steuern hinterzogen haben. „Es sind mehrere Staatsanwälte und rund 50 Steuerfahnder im Einsatz", sagte der Bochumer Oberstaatsanwalt Bernd Bienioßek dem Wall Street Journal Deutschland. Er bestätigte damit Informationen der Bild-Zeitung.

Basis für die Ermittlungen, die sich gegen Bundesbürger richtet, ist eine Daten-CD, die ausschließlich Daten von UBS-Kunden enthält, die mutmaßlich Einnahmen nicht versteuert haben und die vor drei Monaten vom Land Nordrhein-Westfalen erworben wurde. Bei mehreren hundert UBS-Kunden kam es laut Oberstaatsanwaltschaft zu Durchsuchungen.

In der vergangenen Woche war bekannt geworden, dass Mitarbeiter von UBS Deutschland im Verdacht stehen, über viele Jahre Beihilfe zur Steuerhinterziehung geleistet zu haben.

Associated Press

Dunkle Wolken über der UBS. Jetzt leitete die Staatsanwaltschaft Bochum im großen Stil Razzien bei deutschen Kunden der Schweizer Bank ein.

Aus Sicht der Bank handelt es sich um die Verfehlungen einzelner. Schon vor drei Jahren habe das Institut das grenzüberschreitende Geschäft einer genauen Prüfung unterzogen und die Regeln wo nötig angepasst. „Wer sich bei UBS nicht an die Regeln hält wird sanktioniert, bis hin zu Entlassung", sagte eine Sprecherin der Großbank auf Anfrage. Die UBS unterstütze „klar das Anliegen zur Steuerehrlichkeit bei deutschen Kunden".

Tausende Verdächtige bundesweit

Wie die Staatsanwaltschaft Mannheim mitteilte, ist die UBS schon im März in das Visier der Strafverfolger geraten. Sie leitete ein Verfahren gegen Unbekannt ein, nachdem bei einer Steuerprüfung in Baden-Württemberg Unregelmäßigkeiten aufgefallen waren. Mitarbeiter der deutschen UBS-Tochter sollen über Jahre dabei geholfen haben, Steuern am Finanzamt vorbei zu schleusen.

Im Mai beschlagnahmten Ermittler bei einer Durchsuchung der UBS-Büros in Frankfurt mehr als 100.000 Computerdateien und andere Aufzeichnungen. Steuerbehörden prüfen seither, ob die Daten Hinweise auf illegale Handlungen von Bankangestellten hindeuten.

Nach einem Bericht der Stuttgarter Nachrichten vom Donnerstag vergangener Woche liegt die Zahl der Verdächtigen bundesweit im Tausenderbereich.

—Mitarbeit: Ulrike Dauer

Kontakt zum Autor: Alexandra.Edinger@dowjones.com

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